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Zeit des Nationalsozialismus
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Die Zeit des Nationalsozialismus (auch NS-Zeit und NS-Diktatur genannt) umfasst die Zeitspanne von 1933 bis 1945, in der Adolf Hitler im Deutschen Reich eine von der NSDAP gestĂŒtzte FĂŒhrerdiktatur, den NS-Staat, etablierte. Die NS-Zeit begann am 30. Januar 1933 mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und endete am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht vor den Alliierten und ihren VerbĂŒndeten. Mit seiner expansiven und rassistischen Ideologie und Politik entfesselte Hitler den Zweiten Weltkrieg, in welchem die Nationalsozialisten und ihre Helfershelfer Massenverbrechen und Völkermorde verĂŒbten.

Leitbild nationalsozialistischer Gesellschaftspolitik war eine in sich geschlossene, rassisch und ideologisch gleichförmige Volksgemeinschaft der „arischen“ „Herrenrasse“. Politisch Andersdenkende und Regimegegner wurden von Anbeginn der NS-Diktatur mit Mitteln des Staatsterrors verfolgt und unter anderem in Konzentrationslager gesperrt. Juden wurden diskriminiert und etwa durch die NĂŒrnberger Gesetze systematisch entrechtet. Die radikalantisemitische Politik der Nationalsozialisten mĂŒndete in den Holocaust, der von den Nationalsozialisten als „Endlösung der Judenfrage“ bezeichnet wurde.

Die NS-Außenpolitik war darauf gerichtet, Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg vergessen zu machen und die vorherige Großmachtstellung zu erneuern und zu erweitern. Bereits 1933 trat Deutschland aus dem Völkerbund aus; mit der AufrĂŒstung der Wehrmacht, der WiedereinfĂŒhrung der allgemeinen Wehrpflicht 1935 sowie der Besetzung des entmilitarisierten Rheinlands 1936 wurde gegen wichtige Teile des Versailler Vertrags verstoßen. 1938 folgte der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich. Im selben Jahr ermöglichte das MĂŒnchner Abkommen Deutschland die Eingliederung des Sudetenlandes.

In der Expansionsphase ab 1938 verĂŒbten Nationalsozialisten und ihre AnhĂ€nger in ganz Europa zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit an ethnischen, religiösen und anderen gesellschaftlichen Minderheiten. Etwa sechs Millionen europĂ€ische Juden wurden im historisch beispiellosen Holocaust, bis zu 500.000 Menschen im Völkermord an den Sinti und Roma und etwa 100.000 Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen im Rahmen der „NS-Krankenmorde“ umgebracht.

Nach der Strategie des Hungerplans ließen die deutschen Besatzer in der Sowjetunion zwischen 1941 und 1944 geschĂ€tzt 4,2 Millionen Menschen bewusst verhungern, darunter etwa eine Million Menschen wĂ€hrend der Leningrader Blockade. Rund 3,1 Millionen sowjetische Soldaten starben in deutscher Kriegsgefangenschaft.

Die Ära der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland und ĂŒber weite Teile Europas wird in einem ethisch-moralischen Sinn als Zivilisationsbruch und als Tiefpunkt der deutschen, aber auch der europĂ€ischen Geschichte insgesamt angesehen.

Contents

‱ Sport
‱ Naturschutz
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Entstehung und Aufstieg des Nationalsozialismus

Die ideologischen Vorstellungen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die sich im Nationalsozialismus bĂŒndelten, sind als tief verwurzelt im 19. Jahrhundert anzusehen. Extrem nationalistische, rassistische, antisemitische und chauvinistische Ansichten ließen sich im 19. und 20. Jahrhundert in den meisten europĂ€ischen Staaten finden, ohne dass sie aber als reprĂ€sentativ fĂŒr eine ganze Gesellschaft anzusehen seien, heißt es bei Kurt Bauer. Es habe viele GrĂŒnde, dass der Nationalsozialismus „in einem unheilvollen Moment der Geschichte“ zur Macht gelangen konnte: „Monokausale ErklĂ€rungsansĂ€tze versagen klĂ€glich, wenn es um komplexe Ursachen und ZusammenhĂ€nge geht, die den Nationalsozialismus geschichtsmĂ€chtig werden ließen.“cite-ref-2[2]

Faschismus und Nationalsozialismus gingen in der Sicht Hans-Ulrich Thamers aus der Krise der europĂ€ischen bĂŒrgerlich-liberalen Ordnung und aus dem Zeitalter der Revolutionen hervor. Beide Bewegungen setzten die Ausbildung und Verfestigung der großen politischen Denkströmungen des 19. Jahrhunderts voraus: Liberalismus, Demokratie, Sozialismus und Konservatismus – und deren Verformung durch Massenmobilisierung und Massenideologie. Ihr VerhĂ€ltnis zur ĂŒberkommenen Staats- und Gesellschaftsordnung sei ein doppeltes: sowohl reaktionĂ€r als auch revolutionĂ€r. Thamer schreibt:

„Sie waren traditionalistisch und modernistisch, antimarxistisch und antibĂŒrgerlich. [
] Mit dem scheinbaren Sieg der liberalen Demokratien nach 1918 erhoben sich zugleich deren Herausforderer: Bolschewismus, Faschismus und Nationalsozialismus.“cite-ref-3[3]

Folgenreicher Erster Weltkrieg

Als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ hat George F. Kennan den Ersten Weltkrieg bezeichnet und als Auslöser sowohl der Hyperinflation als auch der Weltwirtschaftskrise, des Zweiten Weltkriegs und des Kalten Kriegs gesehen.cite-ref-4[4] Die politischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen fĂŒr den Aufstieg des Nationalsozialismus wurden im und durch den Ersten Weltkrieg geschaffen. FĂŒr Ian Kershaw ist „ohne den Ersten Weltkrieg und dessen Hinterlassenschaft [
] das Dritte Reich nicht denkbar.“ Die Nationalsozialisten hĂ€tten das kollektive Trauma instrumentalisiert, indem sie Deutschlands Niederlage 1918 als Katastrophe deuteten, die immer weiter fortgewirkt habe.cite-ref-ian-kershaw-2010-5-0[5] Dabei bedienten sie sich verschwörungstheoretischer Deutungsmuster wie dem von den „Novemberverbrechern“ und der Dolchstoßlegende: Juden und Sozialdemokraten seien dem angeblich siegreichen deutschen Heer mit der Novemberrevolution hochverrĂ€terisch in den RĂŒcken gefallen. Diese These wurde von weiten Teilen der deutschen Bevölkerung geteilt und war geeignet, die Weimarer Republik nachhaltig zu delegitimieren.cite-ref-6[6]

Zum verbreiteten Objekt nationalsozialistischer Empörung und Propaganda wurde zudem der von SiegermĂ€chten Deutschland aufgezwungene Versailler Vertrag, der von den meisten Deutschen als ungerecht empfunden und von rechtsstehenden Kreisen als „Versailler Diktat“ geschmĂ€ht wurde.cite-ref-7[7] Er lud Deutschland und seinen VerbĂŒndeten in Artikel 231 die Kriegsschuld auf, was als Grundlage fĂŒr Reparationsforderungen diente und fĂŒr klare Fronten in der Kriegsschulddebatte sorgte. Der Versailler Vertrag brachte den Verlust sĂ€mtlicher Kolonien und erheblicher Gebiete im Osten, Norden und Westen Deutschlands mit sich; das Rheinland wurde von Truppen der SiegermĂ€chte besetzt, und Deutschland unterlag strengen RĂŒstungsbeschrĂ€nkungen. Die Höhe der zu leistenden Reparationszahlungen blieb vorerst unbestimmt; diesbezĂŒgliche Leistungen wurden 1920 bis 1923 mittels Ultimaten durchgesetzt. Die dagegen grundsĂ€tzlich aufbegehrenden Nationalsozialisten bezeichneten denn auch alle Versuche der Weimarer Regierungen, durch eine VerstĂ€ndigungspolitik mit Frankreich und Großbritannien den Vertrag abzumildern, als „nationalen Verrat“. FĂŒr sie war der „Kampf gegen Versailles“ das zentrale Anliegen.cite-ref-8[8]

Auch innenpolitisch hatte der Weltkrieg verheerende Folgen, die von den Nationalsozialisten ausgenutzt werden konnten: Er war nĂ€mlich ĂŒber Staatsanleihen finanziert worden, deren KĂ€ufern man eine erhebliche Rendite versprochen hatte. Stattdessen entledigte sich das Deutsche Reich durch eine Hyperinflation bis 1923 all seiner Staatsverschuldung, wodurch aber nicht nur die Anleihebesitzer, sondern auch alle Inhaber von Sparguthaben de facto enteignet wurden. Dieser Vertrauensbruch begĂŒnstigte den Aufstieg des Nationalsozialismus.cite-ref-9[9]

Kurt Bauer hĂ€lt ohne den Ersten Weltkrieg auch die bolschewistische Oktoberrevolution fĂŒr kaum möglich, die in Europa eine VerschĂ€rfung und Radikalisierung der politischen Auseinandersetzung bewirkt habe: „Der gewaltige und extrem gewaltsame Umsturz der gesellschaftlichen und sozialen VerhĂ€ltnisse in Russland fĂŒhrte zu Kriegsende und in der Nachkriegszeit zu nicht einfach als irrational abzutuenden Ängsten vor einer Ă€hnlichen Revolution – und damit letztlich zur Neigung, in rechtsextremen, faschistischen Gruppierungen Garanten vor dem Bolschewismus zu sehen.“cite-ref-10[10] Zudem wird mitunter darauf hingewiesen, dass die im Krieg erfahrenen klaren Befehlsstrukturen die Frontgeneration fĂŒr die angeblichen VorzĂŒge eines autoritĂ€ren Systems und fĂŒr das FĂŒhrerprinzip empfĂ€nglich gemacht hĂ€tten.cite-ref-11[11]

Ein weiterer Faktor, der die Weimarer Republik stark belastete und der NS-Bewegung Vorschub leistete, war das Überdauern undemokratischer Traditionen in Staat und Gesellschaft: Die Novemberrevolution hatte die meisten der kaiserlichen Beamten, Richter, UniversitĂ€tsprofessoren usw. in ihren Ämtern belassen. In der zu Anfang der 1930er Jahre von schweren Krisen erfassten Weimarer Demokratie aber standen diese monarchistisch und nationalistisch sozialisierten Eliten nicht entschieden auf Seiten der Demokratie, sondern zeigten sich zu einem BĂŒndnis mit der NSDAP bereit. Der Historiker Martin Broszat urteilt, dass die NSDAP seit ihrem Aufstieg zur Massenpartei 1929/30 lediglich zusammenfasste, „was – zersplittert, aber in großer Breite – als ideologisch-politisches und als interessenpolitisches Potential lĂ€ngst vorgeformt war“.cite-ref-12[12] Zwar erweist sich Ernst Troeltschs viel zitiertes Schlagwort von der „Republik ohne Republikaner“ angesichts der Wahlergebnisse bis 1930 als falsch,cite-ref-13[13] doch bestand ein Manko in der Demokratiefestigkeit der Bevölkerung. Indiz dafĂŒr war bereits 1925 die Wahl des erklĂ€rten Republikgegners Paul von Hindenburg zum ReichsprĂ€sidenten. Nach seiner Wiederwahl 1932 ernannte er den dabei unterlegenen Konkurrenten Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler.

Zu den das Emporkommen der Nationalsozialisten begĂŒnstigenden Rahmenbedingungen zĂ€hlte nicht zuletzt die latente und oft krisenhaft zugespitzte politische InstabilitĂ€t der Weimarer Republik, die bereits in ihren Anfangsjahren mehreren Putsch- und Revolutionsversuchen ausgesetzt war. In den frĂŒhen 1930er Jahren erschĂŒtterten wiederum bĂŒrgerkriegsartige Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen der SA und des (seit 1929 verbotenen) Roten FrontkĂ€mpferbund die öffentliche Ordnung.cite-ref-14[14] Die Regierung und mit ihr die demokratische Ordnung der Weimarer Republik verloren wegen des Versagens vor den Herausforderungen der Weltwirtschaftskrise massiv an Vertrauen in der Bevölkerung: Die prozyklische Deflationspolitik und die Deutsche Bankenkrise vom Sommer 1931 verschĂ€rften die Depression, bis schließlich mit fĂŒnf Millionen Arbeitslosen jede dritte deutsche Familie betroffen war. Der britische Wirtschaftshistoriker Harold James sieht den Nationalsozialismus als „Deutschlands Antwort auf die Weltwirtschaftskrise“.cite-ref-15[15]

GrĂŒndung und Emporkommen der NSDAP bis 1933

In ihrem GrĂŒndungsjahr 1920 war die durch Umbenennung aus der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) hervorgegangene NSDAP nur „eine von mehreren Dutzend GrĂŒppchen im nationalistisch-völkischen Spektrum, die seit Kriegsende in MĂŒnchen entstanden waren.“cite-ref-16[16] Adolf Hitler vertrat mit dem am 24. Februar 1920 im MĂŒnchner HofbrĂ€uhaus prĂ€sentierten 25-Punkte-Programmcite-ref-17[17] entschieden antidemokratische, völkisch-nationalistische und rassistische, vor allem antisemitische Positionen. Ende des Jahres erwarb die NSDAP den MĂŒnchner Beobachter und machte ihn zum Völkischen Beobachter (VB) als Parteizeitung, dem „Kampfblatt der nationalsozialistischen Bewegung Großdeutschlands“. Hitler, seit September 1919 DAP-Mitglied, erwarb sich den Ruf eines „Trommlers“ und „Einpeitschers“ der Partei und wurde 1921 auf eigenes ultimatives Verlangen hin zum „Ersten Vorsitzenden mit diktatorischer Machtbefugnis“ gewĂ€hlt.cite-ref-18[18] Im Oktober 1921 kam es unter Einbeziehung von Mitgliedern der beim Kapp-Putsch gescheiterten Marine-Brigade Ehrhardt zur GrĂŒndung der Sturmabteilung (SA), die zunĂ€chst vor allem bei Saalschlachten zum Einsatz kam.cite-ref-19[19] Bei der GrĂŒndung von NSDAP-Ortsgruppen ĂŒber MĂŒnchen hinaus halfen lokale AnhĂ€nger des mitgliederstarken Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes.cite-ref-20[20]

Als nach der Ermordung Walther Rathenaus durch Mitglieder der rechtsextremistischen Organisation Consul auf Grundlage des neu geschaffenen Republikschutzgesetz zwar der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund im Freistaat Preußen verboten wurde (die Regierung des Freistaats Bayern sah keinen Handlungsbedarf), nicht aber die NSDAP, kam es 1922 zu einer Wanderungsbewegung innerhalb des rechtsradikalen Milieus und zur Verdoppelung der NSDAP-Mitgliedschaften.cite-ref-21[21] Auf dem Höhepunkt des Krisenjahres 1923 der Weimarer Republik entschloss sich Hitler, auch unter dem Eindruck zunehmender Ungeduld des eigenen Parteivolks, mit UnterstĂŒtzung des vormaligen Weltkriegsstrategen Erich Ludendorff zu einem Putsch nach dem Vorbild von Mussolinis Marsch auf Rom mit dem Ziel, die Regierungen in Bayern und Berlin abzusetzen. Der von der nationalsozialistischen Propaganda so bezeichnete „Marsch auf die Feldherrnhalle“ in MĂŒnchen wurde jedoch von der bayerischen Landespolizei niedergeschlagen, die NSDAP nun auch in Bayern verboten.cite-ref-22[22]

Im Hitler-Prozess vor dem bayerischen Volksgericht ergingen gegen die Putschbeteiligten durchweg milde Urteile, wenn nicht FreisprĂŒche. Hitler selbst, dem der Prozessverlauf die weithin wahrgenommene BĂŒhne fĂŒr Propaganda in eigener Sache bot, erhielt lediglich die gesetzliche Mindeststrafe von fĂŒnf Jahren Festungshaft in der Festung Landsberg. Dabei wurde ihm die Haftentlassung auf BewĂ€hrung schon nach VerbĂŒĂŸung von sechs Monaten in Aussicht gestellt, und die nach dem Republikschutzgesetz anzusetzende Ausweisung als AuslĂ€nder wurde erlassen.cite-ref-23[23] WĂ€hrend der Haft unter ungewöhnlich komfortablen Bedingungencite-ref-24[24] diktierte Hitler seinem damaligen SekretĂ€r und spĂ€teren Stellvertreter Rudolf Heß seine programmatische Autobiografie „Mein Kampf“.

Das Verbot der NSDAP vom 23. November 1923 wurde durch die GrĂŒndung von Tarnorganisationen unterlaufen: in Bayern durch die Großdeutsche Volksgemeinschaft unter Alfred Rosenberg, der im Juli 1924 von Julius Streicher und Hermann Esser abgelöst wurde; in Norddeutschland durch die von Gregor Strasser und Erich Ludendorff gefĂŒhrte Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Großdeutschlands.cite-ref-25[25] Nach seiner Haftentlassung am 20. Dezember 1924 fand Hitler ein gespaltenes und geschwĂ€chtes völkisches Lager vor, das zu vereinen und nunmehr auf legalen Wegen an die Macht zu bringen, er sich allein vorbehielt. Diese LegalitĂ€tstaktik fĂŒhrte zu einem systemischen Konflikt mit der SA, die ein revolutionĂ€res Vorgehen forderte.cite-ref-26[26] TatsĂ€chlich gelang es Hitler aber stets, bei innerparteilichen RichtungskĂ€mpfen und RivalitĂ€ten die Oberhand zu behalten. Der Historiker Hans-Ulrich Wehler vermutet, ohne die Person Hitler „wĂ€re der Nationalsozialismus aller Wahrscheinlichkeit nach eine ordinĂ€re autoritĂ€r-nationalistische Partei mit diffusen Zielen geblieben, wie es sie mancherorts gab“.cite-ref-27[27] Nach der Aufhebung des Verbots in Preußen am 12. Dezember 1924 – die von den Nationalsozialisten ausgehende Gefahr schien fĂŒr diese schĂ€rfste Sanktion nicht mehr groß genug – wurde die NSDAP am 27. Februar 1925 im MĂŒnchner BĂŒrgerbrĂ€ukeller mit Hitler als einzigem Redner neu gegrĂŒndet.cite-ref-28[28] In der zweistĂŒndigen Rede, die er mit den bekannten ideologischen VersatzstĂŒcken begann, erklĂ€rte Hitler schließlich, sich in seinem FĂŒhrungsanspruch von Fraktionen oder FlĂŒgeln keinerlei Bedingungen vorschreiben zu lassen „und inszenierte anschließend geschickt die Versöhnung der in seiner Abwesenheit heillos Zerstrittenen auf offener Szene“. Die Rede hatte allerdings auch zur Folge, dass die bayrische Regierung ein Redeverbot gegen Hitler erließ, dem sich zahlreiche andere LĂ€nderregierungen anschlossen und das bis MĂ€rz 1927 galt, in Preußen bis September 1928.cite-ref-29[29] In dieser Phase der relativen Stabilisierung der Weimarer Republik blieb die NSDAP eine randstĂ€ndige Splitterpartei.

Der 1929 im Ergebnis gescheiterte Volksentscheid gegen den Young-Plan, der der nationalsozialistischen Agitation breite Entfaltung bot, und die mit wachsender Massenarbeitslosigkeit nach Deutschland ĂŒbergreifende Weltwirtschaftskrise waren wichtige Bedingungsfaktoren des enormen Mandatszuwachses der NSDAP bei der Reichstagswahl 1930. Hinsichtlich des Spektrums potenzieller WĂ€hler, das unter anderen Arbeiter, Mittelstand und Landwirte umfasste, war die NSDAP ungewöhnlich breit aufgestellt; sie war in einer Formulierung des Parteienforschers JĂŒrgen W. Falter eine „Volkspartei des Protests“.cite-ref-30[30] Im Ulmer Reichswehrprozess gegen Offiziere der Reichswehr, denen die Verbreitung von nationalsozialistischer Propaganda vorgeworfen wurde, bezeugte Hitler im Herbst 1930 in seinem öffentlichkeitswirksamen sogenannten LegalitĂ€tseid, dass er die Macht „nicht mit illegalen Mitteln“ anstrebe, und trat damit GerĂŒchten ĂŒber einen neuerlichen Putsch entgegen. Doch verlagerte sich die politische Auseinandersetzung auch wegen der rĂŒcklĂ€ufigen HandlungsfĂ€higkeit des Reichstags in der nach der Reichstagswahl 1930 beginnenden Ära der PrĂ€sidialkabinette mehr und mehr in den außerparlamentarischen Raum. Die WehrverbĂ€nde der Parteien – die SA der NSDAP, der der DNVP nahestehende Stahlhelm, der an die KPD angelehnte, seit 1929 verbotene RotfrontkĂ€mpferbund, das sozialdemokratisch dominierte Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold – begegneten sich in militant ausgetragenen Konflikten auf den Straßen und in den VersammlungssĂ€len.

Im Oktober 1931 gingen die Nationalsozialisten in der Harzburger Front ein BĂŒndnis mit dem Stahlhelm und der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) ein, das im Streit um die ReichsprĂ€sidentenwahl 1932 aber rasch wieder zerfiel. Der bis dahin staatenlose Hitler bekam mit der EinbĂŒrgerung die Möglichkeit, zu kandidieren, wĂ€hrend die DNVP den Stahlhelm-FĂŒhrer Theodor Duesterberg unterstĂŒtzte. Hindenburg setzte sich erneut durch.cite-ref-31[31]

In den beiden Reichstagswahlen im Juli und im November des Jahres 1932 ging die NSDAP als mit Abstand stĂ€rkste Fraktion hervor. Nationalsozialisten und Kommunisten hatten als extreme FlĂŒgelparteien nun eine negative Mehrheit im Reichstag, die jede parlamentarische Arbeit unmöglich machte. Hitler beanspruchte in GesprĂ€chen mit Hindenburg ĂŒber eine mögliche Regierungsbeteiligung der Nationalsozialisten fĂŒr sich unnachgiebig die Kanzlerschaft; die angebotene Vizekanzlerschaft lehnte er ab. Hindenburg weigerte sich lange, Hitler als Kanzler einzusetzen und gab auch nach Papens zweifachem Scheitern noch Kurt von Schleicher fĂŒr eine VerstĂ€ndigung mit dem Reichstag den Vorzug vor Hitler. Als auch von Schleicher im Reichstag keinen RĂŒckhalt fand, empfahl dieser selbst im Zusammenwirken mit anderen Vertrauenspersonen des nun 86-jĂ€hrigen Paul von Hindenburg die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler. Anders als in der marxistischen Geschichtswissenschaft in der Agententheorie lange angenommen, trugen die Spenden der Großindustrie wenig zum Aufstieg der NSDAP bei. Die Partei finanzierte sich vor 1933 weitgehend selbst. Erst nach der Machtergreifung spendeten die Industriellen großzĂŒgig, z. B. die Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft.cite-ref-32[32]

Etablierung des Regimes 1933/34

Bei der Bildung des Kabinetts Hitler waren unter den zwölf Mitgliedern außer ihm selbst nur zwei weitere Nationalsozialisten vertreten: Wilhelm Frick und Hermann Göring. Der DNVP-Vorsitzende Alfred Hugenberg und Vizekanzler Franz von Papen meinten, sich Hitler fĂŒr ihre eigenen Zwecke „engagiert“ zu haben. Papen bĂŒgelte Zweifler ab: „Was wollen Sie denn! Ich habe das Vertrauen Hindenburgs. In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrĂŒckt, dass er quietscht.“cite-ref-33[33] Der französische Botschafter AndrĂ© François-Poncet, der von vornherein anderer Meinung war, stellte ein halbes Jahr nach dem Beginn von Hitlers Kanzlerschaft fest, dass der Nationalsozialismus bei der Machtergreifung binnen fĂŒnf Monaten eine Wegstrecke zurĂŒckgelegt hatte, fĂŒr die der italienische Faschismus unter Mussolini zuvor fĂŒnf Jahre gebraucht habe.cite-ref-34[34]

Hindenburg löste nach ergebnislosen Scheinverhandlungen Hitlers mit dem Zentrum zur Bildung einer Mehrheitsregierung den Reichstag am 1. Februar 1933 erneut auf und setzte Neuwahlen an.cite-ref-35[35] In der Verordnung des ReichsprĂ€sidenten zum Schutze des Deutschen Volkes vom 4. Februar wurden erste Notverordnungen erlassen, die vor allem gegen Kommunisten und Sozialisten gerichtet waren und die Presse-, Meinungs- sowie Versammlungsfreiheit einschrĂ€nkten. Unmittelbar nach dem Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 erließ Hindenburg die Reichstagsbrandverordnung, die diese Grundrechte der Verfassung noch stĂ€rker beschnitt. Viele Mitglieder der KPD, der SPD und der kleineren kommunistischen und sozialistischen Parteien sowie der freien Gewerkschaften wurden misshandelt und in „Schutzhaft“ genommen. Überall im Reich entstanden in Turnhallen, Scheunen oder Kellern provisorische Haftorte der SA, in denen politische Gegner festgehalten und gefoltert wurden. Die „frĂŒhen Konzentrationslager“ wurden unsystematisch errichtet und waren als Provisorien vorgesehen. Zur selben Zeit begann im MĂ€rz 1933 der Betrieb des KZ Dachau, das als Dauereinrichtung vorgesehen war, bis kurz vor Kriegsende bestand und zur Inhaftierung und EinschĂŒchterung politisch Andersdenkender diente. Die in Dachau aufgebaute Inspektion der Konzentrationslager diente als Modell fĂŒr alle spĂ€teren Konzentrationslager. Zahlreiche Inhaftierte ĂŒberlebten die Haftbedingungen nicht, zu denen auch Folter und Mord gehörten.

Bei der von SA-Terror begleiteten Reichstagswahl am 5. MĂ€rz 1933cite-ref-36[36] verfehlte die NSDAP die absolute Mehrheit. Daran Ă€nderte sich auch nichts, als man die von der KPD gewonnenen Sitze vor der ersten Sitzung des neuen Reichstags annullierte. Hitler musste weiter in einer Koalition mit der DNVP regieren. Das ErmĂ€chtigungsgesetz vom 24. MĂ€rz 1933, dem auch die Abgeordneten der anderen Parteien außer der SPD zustimmten, gab seiner Regierung zunĂ€chst fĂŒr vier Jahre fast uneingeschrĂ€nkte Gesetzgebungsbefugnisse. Mit dem Gesetz gegen die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933 wurde die NSDAP die einzige zugelassene Partei in Deutschland. Die DNVP löste sich selbst auf, ihre Abgeordneten traten der NSDAP bei.cite-ref-37[37] Zur Reichstagswahl am 12. November 1933 wurde lediglich eine Einheitsliste aus NSDAP-Mitgliedern und ausgesuchten GĂ€sten vorgelegt. Der deutsche Reichstag blieb erhalten, war aber bis 1945 ein Scheinparlament. Mit dem Gleichschaltungsgesetz verloren die LĂ€nder alle hoheitlichen Aufgaben sowie ihre von der Weimarer Verfassung garantierte EigenstĂ€ndigkeit an die bald danach allein im „FĂŒhrerwillen“ zum Ausdruck kommende nationalsozialistische Zentralgewalt. Ähnliche Maßnahmen betrafen bis Ende 1934 die meisten Vereine, VerbĂ€nde und Gewerkschaften, die Handwerkerschaft, Studentenverbindungen, Medien, Kultureinrichtungen und die Justiz. Parteiorganisationen der NSDAP ĂŒbernahmen in vielen Bereichen die vormaligen Aufgaben staatlicher Stellen und nichtstaatlicher InteressenverbĂ€nde.

Als zur Jahresmitte 1934 die von fortgesetzter revolutionĂ€rer Ungeduld und eigenem GeltungsbedĂŒrfnis getriebene SA-FĂŒhrung unter Ernst Röhm dem auf Konsolidierung seiner Machtposition und Interessenausgleich mit der ReichswehrfĂŒhrung bedachten Hitler lĂ€stig wurde, ließ dieser im Einvernehmen mit Himmler, Goebbels und Göring unter dem erfundenen Vorwand eines angeblich bevorstehenden Röhm-Putsches mit Hilfe von SS-Getreuen Röhm und seine Entourage sowie weitere persönliche Gegner ermorden – sich selbst dabei als oberster Gerichtsherr und Wiederhersteller geordneter VerhĂ€ltnisse inszenierend. Damit sicherte er sich die UnterstĂŒtzung der ReichswehrfĂŒhrung, sodass nach dem bevorstehenden Tod Hindenburgs auch Hitlers schon vorbereiteter Zusammenlegung von Kanzlerschaft und ReichsprĂ€sidentschaft nichts mehr im Wege stand. Indem Hitler zugestand, die Reichswehr werde kĂŒnftig als einziger WaffentrĂ€ger im Reich verbleiben, konnte er sich nun problemlos zu ihrem Oberbefehlshaber machen.

Nach Hindenburgs Tod am 2. August 1934 ĂŒbernahm Hitler aufgrund eines von seiner Regierung beschlossenen Gesetzes das Amt des ReichsprĂ€sidenten und gab sich den Titel FĂŒhrer und Reichskanzler. Durch ein Plebiszit (Volksabstimmung) ließ er sich sein Vorgehen nachtrĂ€glich bestĂ€tigen. Der Kriegsminister Werner von Blomberg, den Hindenburg noch vor Hitler ernannt hatte und der mit anderen dessen Macht nach den Vorstellungen der Konservativen hatte „einrahmen“ bzw. „zĂ€hmen“ sollen, ließ die Reichswehr nun auf Hitlers Person vereidigen. Auch die Beamten mussten einen „FĂŒhrereid“ ablegen. Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums ermöglichte die Entlassung jĂŒdischer und regimekritischer Mitarbeiter aus den öffentlichen Verwaltungen. Damit hatte Hitler seine Herrschaft innenpolitisch durchgesetzt, stabilisiert und dauerhaft abgesichert.

Siehe auch

:

Chronologie der nationalsozialistischen Machtergreifung

Siehe auch

:

Stimmrecht in der Zeit des Nationalsozialismus

Vorkriegsjahre 1934 bis 1939

Attribute und Ausrichtung der NS-„Volksgemeinschaft“

Dem propagierten Anspruch nach sollten in der NS-Volksgemeinschaft alle gesellschaftlichen Unterschiede aufgehoben sein.cite-ref-38[38] Man versprach, alte soziale GegensĂ€tze aufzulösen und eine nationale Massengesellschaft zu schaffen. Dabei standen soziale Beziehungen auch im nichtöffentlichen Bereich unter fortwĂ€hrender Anspannung. „Das Private konnte RĂŒckzugsraum sein, gleichzeitig unterstand es dem dauernden Anspruch, das eigene Verhalten neu auszurichten und bisherige Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Leben einzureißen. Der Nationalsozialismus forderte eine permanente Entscheidung, sich angemessen im Sinne der Volksgemeinschaft zu verhalten.“cite-ref-39[39]

Ein wesentliches Instrument zur HerbeifĂŒhrung der Volksgemeinschaft nationalsozialistischer Denkart war Gewalt. Sie war ein wichtiger Bestandteil des nationalsozialistischen SelbstverstĂ€ndnisses und des Aufstiegs der Bewegung. Sie bildete „eine zentrale SĂ€ule“ der politischen Ordnung seit 1933, und laut Dietmar SĂŒĂŸ gehörte es „zu den Wesensmerkmalen der NS-Herrschaft, staatliche und parteiamtliche Gewalt immer weiter zu entgrenzen.“cite-ref-40[40] Schon wĂ€hrend der ersten Monate der Regierung Hitler, so auch Riccardo Bavaj, vollzog sich mittels Gewalt die Ausweitung der nationalsozialistischen Macht in einer „wechselseitigen Dynamik von oben und unten“.cite-ref-41[41] Gewalt blieb auch das stets verfĂŒgbare Mittel der Wahl all denen gegenĂŒber, die den politischen und ethnisch-rassistischen Feindbildern der Nationalsozialisten entsprachen und demzufolge der NS-Volksgemeinschaft nicht angehören sollten. Schon vor 1933 publizierte die NSDAP beispielsweise Listen, Verzeichnisse und teils StadtplĂ€ne, die entweder den Weg zu „deutschen“ GeschĂ€ften oder die Lage „jĂŒdischer“ GeschĂ€fte markierten. Das sollte die deutsche Hausfrau dazu anhalten, die richtige Kaufentscheidung zu treffen.cite-ref-42[42]

Das besondere Augenmerk der Nationalsozialisten galt der Jugend, ihrer umfassenden sozialen Kontrolle, indoktrinierenden Erfassung und Mobilisierung, wĂ€hrend die erzieherische Rolle der Eltern zurĂŒckgedrĂ€ngt wurde, soweit das eben möglich war.cite-ref-43[43] „Macht und Konsens in Hitlers Staat“, so Thamer, „beruhten zu einem großen Teil darauf, daß das Regime immer wieder jugendliche BegeisterungsfĂ€higkeit und AggressivitĂ€t freizusetzen und diese gleichzeitige zu disziplinieren und zu manipulieren verstand.“cite-ref-44[44]

Propaganda und Personenkult

Die Bedeutung der NS-Propaganda fĂŒr die Erreichung der selbstgesetzten Ziele hatte Hitler bereits in der NeugrĂŒndungsphase der NSDAP 1925 hervorgehoben: Die Partei sei kein Selbstzweck, sondern solle nur „den politisch-agitatorischen Kampf der Bewegung ermöglichen, der AufklĂ€rungstĂ€tigkeit diejenigen organisatorischen Voraussetzungen schaffen, die unbedingt nötig sind.“ In Mein Kampf forderte er mittels Propaganda die Gewinnung von Menschen fĂŒr die Parteiorganisation, die wiederum andere Menschen fĂŒr die FortfĂŒhrung der Propaganda mobilisieren sollten. Es gehe darum, den „bestehenden Zustand“ zu zersetzen und die neue Lehre zu verbreiten. Der Sieg sei möglich, „wenn die neue Weltanschauung möglichst allen Menschen gelehrt und, wenn nötig, spĂ€ter aufgezwungen wird.“cite-ref-45[45]

Das im MĂ€rz 1933 geschaffene Reichsministerium fĂŒr VolksaufklĂ€rung und Propaganda unter Joseph Goebbels bekam die ZustĂ€ndigkeit „fĂŒr alle Aufgaben der geistigen Einwirkung auf die Nation, der Werbung fĂŒr Staat, Kultur und Wirtschaft, der Unterrichtung der in- und auslĂ€ndischen Öffentlichkeit ĂŒber sie und der Verwaltung aller diesen Zwecken dienenden Einrichtungen.“cite-ref-46[46] Mehrere hundert Beamte waren laut Thamer allein damit beschĂ€ftigt, die tĂ€glichen Presseanweisungen fĂŒr das in seiner numerischen Vielfalt weitgehend fortbestehende deutsche Zeitungswesen zu formulieren und ihre Einhaltung zu ĂŒberwachen. Tag fĂŒr Tag erhielten die Vertreter der Zeitungen die vorgefilterten Informationen nebst Anweisungen, wie davon Gebrauch zu machen war.cite-ref-47[47] Als weiteres wichtiges Verbreitungsmedium der politischen Propaganda des Regimes dienten der Hörfunk und der eigens dafĂŒr entwickelte VolksempfĂ€nger, der massenhafte Verbreitung fand und mit dem das Radiohören – dem propagierten Anspruch nach – nicht mehr Privatangelegenheit jedes einzelnen sein, sondern zur „staatspolitischen Pflicht“ werden sollte. Von 25 Prozent aller Haushalte 1933 stieg die Abdeckungsquote mit RadiogerĂ€ten auf 65 Prozent 1941, wobei lĂ€ndliche Regionen und einkommensschwache stĂ€dtische Haushalte teils weiterhin keinen Rundfunkempfang hatten.cite-ref-48[48]

Kernbestandteil der NS-Propaganda war der Personenkult um Hitler. Im öffentlichen Alltagsleben besonders sichtbar wurde dies, nachdem seit Juli 1933 fĂŒr alle Reichsbehörden, Reichsstatthalter und die Landesregierungen der Hitlergruß verpflichtend geworden war, den man so als „deutschen Gruß“ von der Partei auf das gesamte öffentliche Leben ĂŒbertrug, so auch auf die Schulen, wo Lehrer zu Beginn jeder Unterrichtsstunde die Klasse mit „Heil Hitler“ begrĂŒĂŸen sollten. In StĂ€dten brachte man teilweise an Strommasten, LaternenpfĂ€hlen, GeschĂ€ften und HaustĂŒren kleine Emailleschilder an mit Aufschriften wie zum Beispiel: „Der Deutsche grĂŒĂŸt: Heil Hitler!“, oder auch: „Volksgenosse, trittst Du ein, soll Dein Gruß ‚Heil Hitler‘ sein!“cite-ref-49[49] Ein weiteres Element des Hitlerkults war das jĂ€hrliche BegĂ€ngnis des FĂŒhrergeburtstags am 20. April. Am Vorabend fand reichsweit der Eintritt der neuen JahrgĂ€nge in die Hitlerjugend statt; am Tag selbst wurden allerorts Vereidigungen, Mitgliederaufnahmen und die Verleihung von Auszeichnungen vorgenommen.cite-ref-50[50]

Damit fĂŒgte sich der 20. April in den NS-spezifischen Kalender von Feiern, Festen und Gedenktagen ein, deren Auftakt an jedem 30. Januar der „Tag der Machtergreifung“ war. Am 24. Februar fand jeweils die „ParteigrĂŒndungsfeier“ statt, zur MĂ€rzmitte der Heldengedenktag; am 1. Mai wurde der „nationale Feiertag des deutschen Volkes“ begangen, bald danach der Muttertag mit Ehrungen fĂŒr die Heldinnen der „GebĂ€rschlacht“. Am 21. Juni feierte man die Sommersonnenwende mit FeuerrĂ€dern und Feuerreden und Anfang September gab es alljĂ€hrlich den Reichsparteitag in NĂŒrnberg, das höchste Fest der NSDAP, 1933 ein fĂŒnftĂ€giges, 1938 ein achttĂ€giges BegĂ€ngnis, das an Pracht- und Machtentfaltung alle anderen Veranstaltungen des NS-Kalendariums noch ĂŒberbot. „Die Magie der Fahnen und Fackeln, der Massenrituale und des FĂŒhrerkults, der TodesverklĂ€rung und TreueschwĂŒre betĂ€ubte alle Sinne und befriedigte Ă€lteste SchauergelĂŒste.“cite-ref-51[51] Ende September oder Anfang Oktober wurde das dem „NĂ€hrstand“ gewidmete Reichserntedankfest auf dem BĂŒckeberg bei Hameln ebenfalls als Massenveranstaltung gefeiert, 1933 mit 500.000 Menschen, 1937 mit mehr als 1,3 Millionen.cite-ref-52[52] Am 9. November beging Hitler mit seinem Gefolge in MĂŒnchen den Tag zum Gedenken an die „Gefallenen der Bewegung“: Gemeinsam mit den „Alten KĂ€mpfern“ marschierte Hitler hinter der „Blutfahne“ zwischen anderen Fahnen und brennenden Opferschalen, um auf diese Weise das Scheitern des Putsches von 1923 in einen Triumph zu verwandeln und die Gefallenen der Bewegung „zu Religionsstiftern eines neuen Staatskults“ zu erheben: „Das Blut, das sie vergossen haben, ist Taufwasser geworden fĂŒr das Reich.“cite-ref-53[53] Am Ende des NS-Festkalenders lagen im Dezember die Feier der Wintersonnenwende und die „Volksweihnacht“, durch deren NS-spezifische Abwandlungen die christliche Weihnacht zurĂŒckgedrĂ€ngt werden sollte, was allerdings nur in parteinahen Kreisen einigen Erfolg hatte.cite-ref-54[54]

Sozialpolitik

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Hauptartikel

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Sozialpolitik im Nationalsozialismus

WĂ€hrend die kommunistisch und sozialdemokratisch orientierten Teile der Arbeiterschaft durch Gewalt und Repression einerseits binnen weniger Monate der NS-Herrschaft ihre politische und gewerkschaftliche Vertretung einbĂŒĂŸten – ersatzweise wurde die Deutsche Arbeitsfront (DAF) unter Robert Ley gegrĂŒndet und das Arbeitsleben in den Betrieben nach dem FĂŒhrerprinzip organisiert –, ging es andererseits fĂŒr die Nationalsozialisten darum, die Masse der LohnabhĂ€ngigen fĂŒr ihre Vorstellungen von einer neuen, rassenexklusiven Volksgemeinschaft zu gewinnen. Neben dem 1. Mai wurden noch weitere bezahlte Feiertage geschaffen und wurde der bezahlte Urlaub ausgeweitet. Man sorgte fĂŒr die steuerliche Entlastung niedriger und mittlerer zulasten höherer Einkommen, stellte Schuldner gegenĂŒber GlĂ€ubigern besser und legte beim Mieterschutz nach.cite-ref-55[55]

Nachhaltige PopularitĂ€t gewannen die freizeitpolitischen Maßnahmen des Regimes unter dem Dach der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ (KdF), die an das Beispiel der faschistischen Opera Nazionale Dopolavoro in Italien anknĂŒpfte. In Hitlers GrĂŒndungsaufruf hieß es: „Ich will, daß dem deutschen Arbeiter ein ausreichender Urlaub gewĂ€hrt wird. Ich wĂŒnsche dies, weil ich ein nervenstarkes Volk will, denn nur mit einem Volk, das seine Nerven behĂ€lt, kann man wahrhaft große Politik machen.“cite-ref-56[56] Mit der VerlĂ€ngerung der tariflich geregelten jĂ€hrlichen Urlaubszeit von drei Tagen im Jahr 1933 auf sechs bis zwölf Tage wurde eine Reisemöglichkeit fĂŒr alle geschaffen. Da die Mitgliedschaft in der DAF die in der KdF einschloss, war die gesellschaftliche Breitenwirkung gegeben. Die Preise waren laut Thamer konkurrenzlos billig, sowohl fĂŒr eine Wochenendfahrt in den Bayerischen Wald als auch fĂŒr eine Kreuzfahrt nach Italien. Dies war möglich durch eine strenge Rationalisierung, durch ZuschĂŒsse aus DAF-Mitteln und durch Preisdiktate gegenĂŒber dem Beherbergungsgewerbe. Die Teilnehmerzahl an KdF-Urlaubsfahrten stieg von 2,3 Millionen 1934 auf 10,3 Millionen im Jahr 1938. Gleichwohl gehörte nur jeder dritte bis vierte Teilnehmer einer KdF-Reise zur Arbeiterschaft; Hauptnutznießer waren die Mittelschichten.cite-ref-57[57]

Mit dem Schlagwort „Kultur fĂŒr alle“ wurden im KdF-Rahmen einerseits Konzerte und TheaterstĂŒcke in die Fabriken gebracht und andererseits finanzielle und gesellschaftliche HĂŒrden etwa hinsichtlich der Kleiderordnung aufgehoben, die Arbeiter am Betreten von KonzertsĂ€len und SchauspielhĂ€usern gehindert hatten. So wurden schließlich auch grĂ¶ĂŸere Kontingente an Eintrittskarten fĂŒr die Bayreuther Festspiele zu gĂŒnstigen Preisen einem Arbeiterpublikum angeboten.cite-ref-58[58]

Als wesentliches Instrument zur Mobilisierung des NS-GemeinschaftsgefĂŒhls sieht Burleigh die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) an, der Hitler im Mai 1933 die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr „alle Fragen der Volkswohlfahrt und der FĂŒrsorge“ unter der Leitung von Erich Hilgenfeldt zusprach. Die daneben noch weiter bestehenden kirchlichen WohlfahrtsverbĂ€nde und das Deutsche Rote Kreuz wurden Zug um Zug der NSV unterstellt, die bis 1939 zur grĂ¶ĂŸten NS-Massenorganisation nach der DAF aufstieg – mit ĂŒber achtzigtausend Angestellten und einer Million ehrenamtlicher Helfer. Durch MitgliederbeitrĂ€ge und massenhafte Sammelaktionen verfĂŒgte sie ĂŒber enorme Finanzmittel.cite-ref-59[59] Dabei ging es den Nationalsozialisten speziell um Pflicht und Opfer fĂŒr das Wohlergehen der Gemeinschaft und um ein aktivistisches Klima in ihrem Dienst. Dies galt ebenso fĂŒr das der NSV beigeordnete Winterhilfswerk des Deutschen Volkes (WHW) als soziales Nothilfeprogramm fĂŒr die hĂ€rtesten Monate des Jahres. Hierbei wurde die SolidaritĂ€t der Bessergestellten demonstrativ eingefordert, speziell durch den Eintopfsonntag an jedem ersten Sonntag des Monats in der Winterzeit, wobei die fĂŒr eine ĂŒppigere Mahlzeit eingesparten Mittel an das WHW abgefĂŒhrt werden sollten.cite-ref-60[60]

Die von NSV, KdF, WHW und anderen NS-Organisationen ausgehenden AktivitĂ€ten, wie zum Beispiel Massentourismus und Eintopfessen, wirkten laut Thamer hin „auf eine psychologische Egalisierung und eine VerĂ€nderung der sozialen GefĂŒhlswelt. Die Beschwörung der Volksgemeinschaft und die egalisierende Wirkung von Massenkonsum und industrieller Massenkultur verstĂ€rkten einander. Zwar blieb die nationalsozialistische Volksgemeinschaft ein Mythos, aber auch Mythen haben eine verĂ€ndernde Kraft, vor allem, wenn sie sich der Suggestion des technischen und zivilisatorischen Fortschritts bedienen.“cite-ref-61[61]

Frauenrolle und Familienfunktion

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Hauptartikel

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Frauen in der Zeit des Nationalsozialismus

Frauen waren in der NS-Volksgemeinschaft ideologisch vor allem dazu bestimmt, im Rahmen einer „Kameradschaft der Geschlechter“ ihren Part in Ehe, Familie und Haushalt auszufĂŒllen. So betonte Hitler in einer Rede vor der NS-Frauenschaft, das Gelingen der NS-Volksgemeinschaft werde nur durch den Einsatz von Millionen „fanatischer MitkĂ€mpferinnen“ ermöglicht, die sich dem Dienst der gemeinsamen Lebenserhaltung widmeten. Damit wurde die Ehe zu einem „Ort leistungsorientierter Arterhaltung“ gemacht. Sie wurde durch ein Ehestandsdarlehen gefördert unter der Voraussetzung, dass ein „Eheeignungszeugnis“ die „Eheeignung“ und „Ehetauglichkeit“ feststellte. PrĂŒfkriterien waren FortpflanzungsfĂ€higkeit, Erbgesundheit sowie Sozial- und Erziehungskompetenz jeweils im Sinne der NS-Volksgemeinschaft. „In einem Umfang wie nie zuvor verschaffte sich der Staat auf dem Wege amtsĂ€rztlicher Untersuchungen Zugang zur Körperlichkeit eheschließender und jungvermĂ€hlter MĂ€nner und Frauen.“cite-ref-62[62]

Vier Kinder pro Familie, so die NS-Programmatik, sollten das Überleben des Volkes sichern. „Am intimen Ort der Ehe patrouillierten nun auch die Bevölkerungsplaner und Familienrichter des Dritten Reiches.“cite-ref-63[63] Das zinslos gewĂ€hrte Ehestandsdarlehen in Höhe von 500 bis 1000 Reichsmark war bei der EinfĂŒhrung auch an die Erwerbslosigkeit der Frau geknĂŒpft. Mit jedem Kind, das die Frau gebar, wurde ein Viertel des Darlehensbetrags erlassen, sodass das Darlehen nach der vierten Geburt „abgekindert“ war. Mit der Aufwertung des Muttertags und der EinfĂŒhrung des Ehrenkreuzes der Deutschen Mutter sollten weitere Anreize die GebĂ€rfreudigkeit fördern.cite-ref-64[64] Das am 28. Februar 1934 geschaffene Hilfswerk Mutter und Kind – Goebbels erklĂ€rte im Geleitwort zur GrĂŒndung: „Mutter und Kind sind das Unterpfand fĂŒr die Unsterblichkeit eines Volkes“ – sah unmittelbare Hilfen zur Beseitigung materieller NotstĂ€nde vor, so die Beschaffung von WĂ€sche und ErnĂ€hrungsbeihilfen. Auch die Betreuung vorschulpflichtiger Kinder und die Verschickung von MĂŒttern in Erholungsheime gehörten zu den möglichen Leistungen, wobei die Auswahl wiederum unter „erbbiologischen“ Gesichtspunkten erfolgte.cite-ref-65[65]

Zwar nahmen Eheschließungen und Geburten in den ersten Jahren der NS-Herrschaft tatsĂ€chlich zu; doch den Trend zu kleineren Familien konnten die Nationalsozialisten gleichwohl nicht brechen: Durchschnittlich 2,3 Kinder waren in den 1920 geschlossenen Ehen noch geboren worden; in den 1930 geschlossenen 2,2 Kinder; in denen des Kriegsjahres 1940 aber im Schnitt nur noch 1,8 Kinder.cite-ref-66[66] 1941 wurde die Produktion von VerhĂŒtungsmitteln verboten. Auf SchwangerschaftsabbrĂŒche stand ab 1943 die Todesstrafe.cite-ref-67[67]

Ebenfalls entgegen den ideologischen Vorgaben kam es in der NS-Zeit nicht zu einem RĂŒckgang der FrauenerwerbstĂ€tigkeit. Zwischen 1933 und 1939 stieg die Anzahl weiblicher Erwerbspersonen um 1,3 Millionen. Vermindert wurde der Frauenanteil allerdings im Bereich der akademischen Berufe und bei den Verwaltungsbeamtinnen. An UniversitĂ€ten begrenzte ein Numerus clausus ab 1933 den Anteil der weiblichen StudienanfĂ€nger auf 10 Prozent. Hitler verfĂŒgte 1936 persönlich, dass Frauen weder Richterinnen noch AnwĂ€ltinnen werden durften. Als sich unter den Bedingungen der auf Krieg zusteuernden NS-Wirtschaft die Ausschöpfung des ArbeitskrĂ€ftepotenzials als vordringlich darstellte, wurde 1937 das BeschĂ€ftigungsverbot fĂŒr Ehefrauen als Bedingung fĂŒr ein Ehestandsdarlehen aufgehoben.cite-ref-68[68]

Siehe auch

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Pflichtjahr

Erziehungswesen

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Hauptartikel

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Erziehung im Nationalsozialismus

Eine der nationalsozialistischen Leitvorstellungen besagte, dass die Zukunft denen gehöre, die die Jugend hinter sich hĂ€tten. Mittels Einbettung in das NS-Organisations- und IndoktrinationsgefĂŒge – vom Jungvolk ĂŒber die Hitlerjugend (HJ) bis zu den diversen NS-ErwachsenenverbĂ€nden und -Massenorganisationen – sollten die Heranwachsenden Hitler zufolge lĂŒckenlos zu „ganzen Nationalsozialisten“ geformt werden. Eventuelle Überreste „an Klassenbewußtsein oder StandesdĂŒnkel“ ĂŒbernehme schließlich die Wehrmacht zur weiteren Behandlung, „und wenn sie dann nach zwei, drei oder vier Jahren zurĂŒckkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rĂŒckfĂ€llig werden, sofort wieder in die SA, SS und so weiter, und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben.“cite-ref-69[69]

Bereits die frĂŒhkindliche Erziehung zielte zeitgenössischen Ratgebern zufolge auf starke Reglementierung in zeitlicher und emotionaler Hinsicht: streng getakteter Nahrungsaufnahme- und Schlafrhythmus, Sauberkeitserziehung mit PrĂŒgelstrafe und AbhĂ€rtung in rauer Umwelt.cite-ref-70[70] Schon fĂŒr die Kleinkinder gab es nationalsozialistische KindergĂ€rten mit ausgebildeten Erziehern; fĂŒr uneheliche oder ĂŒberzĂ€hlige Kinder gab es die Einrichtung Lebensborn, wo sie in staatlichen Heimen erzogen wurden.cite-ref-71[71]

Die Zielvorstellungen der NS-Erziehung in den weiteren Entwicklungsstadien der Heranwachsenden waren auf Gefolgschaftstreue statt auf DenkfĂ€higkeit gerichtet, auf Glauben und Hingabe anstelle von AufklĂ€rung und Einsicht. Als zentrale Werte wurden Ehre, Deutschtum, Blut und Boden, dazu das Herrentum der arischen Rasse vermittelt sowie Verachtung und Hass gegen angebliche „VolksschĂ€dlinge“ aller Art geschĂŒrt. ElternhĂ€user und Schulen wurden diesbezĂŒglich unter Anpassungsdruck gesetzt. Hitlers Parole von der „HeranzĂŒchtung kerngesunder Körper“ wurde durch eine Ausweitung des Sportunterrichts aufgenommen. Speziell die LehrplĂ€ne der SchulfĂ€cher Biologie, Erdkunde, Geschichte und Deutsch wurden mit antisemitischen und rassenideologischen Akzenten versehen.cite-ref-72[72]

Die Dienstpflicht der Jugendlichen in der HJ, der NS-Grundsatz, dass Jugend durch Jugend gefĂŒhrt und erzogen werden sollte, sowie die EinfĂŒhrung des Staatsjugendtags, der HJ-Mitglieder samstags vom Schulbesuch zugunsten des HJ-Dienstes freistellte, bedeuteten eine SchwĂ€chung der schulischen Erziehungsfunktion, zumal das jugendliche FĂŒhrungspersonal mitunter noch weitergehende dienst- und schulungsbedingte Sonderbefreiungen vom Schulbesuch geltend machte. Teils im Widerspruch zum NS-Frauenbild wurden solche Sonderrechte aber auch von BDM-Aktivistinnen in Anspruch genommen. Auch sie verbrachten ihre Freizeit politisch organisiert außer Haus. „Der TotalitĂ€tsanspruch“, heißt es bei Thamer, „mit dem die Erziehung zur ‚rassenbewußten‘ und ‚erbgesunden‘ deutschen Frau und Mutter bis in den letzten Winkel des Reiches getragen wurde“, habe die MĂ€dchen aus der traditionellen Enge von Haushalt, Familie, Kirche und Schule herausgefĂŒhrt. „In der Provinz kamen schon der MĂ€dchensport und das Tragen von Sportkleidung einem revolutionĂ€ren Einbruch der Moderne gleich.“cite-ref-73[73]

Gleichwohl gelangte das NS-Erziehungswesen im Schulbereich hinsichtlich einer vollstĂ€ndigen ideologischen Durchdringung auch an Grenzen des Einflusses. Dabei spielten BeharrungskrĂ€fte des Bildungsföderalismus ebenso eine Rolle wie eine weitgehende KontinuitĂ€t des deutschen Lehrerpersonals zwischen 1933 und 1939. Deshalb blieb es an manchen Schulen bei einem den weltanschaulichen Vorgaben des NS-Apparats eher gleichgĂŒltig bis vorsichtig distanziert begegnenden Binnenklima. Andererseits stellten die der Ausbildung von NS-FĂŒhrungskadern dienenden Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (Napolas) und Adolf-Hitler-Schulen insgesamt nicht mehr als ein bis zwei Prozent eines Abiturjahrgangs.cite-ref-74[74]

Sport

In der Weimarer Zeit gab es zwar separate Sportorganisationen der Kommunisten, der Sozialdemokraten, der Katholiken, der Protestanten, aber keine nationalsozialistischen. Bei Gregor Strasser als dem Organisationsleiter der NSDAP wurde daher im Herbst 1932 angefragt, ob man eine solche grĂŒnden solle. Er schrieb, es sei hierfĂŒr zu spĂ€t so etwas vernĂŒnftig zu machen, die Zeit bis zur MachtĂŒbernahme sei zu kurz, man wĂŒrde den faschistischen Weg des Staatssports wie in Italien gehen.cite-ref-75[75] Da sich keine Persönlichkeit der NSDAP als potenzieller ReichssportfĂŒhrer hervorgetan hatte, wurde daher Hans von Tschammer und Osten ausgewĂ€hlt, der als gewaltbereiter Kommissar in Mitteldeutschland fĂŒr die Aufgabe seiner marodierenden SA-Leute entschĂ€digt werden musste. Die Sportpolitik verlief in mehreren Schritten:cite-ref-76[76] Im FrĂŒhjahr 1933 wurden Juden und Demokraten aus den Vereinen und VerbĂ€nden herausgedrĂ€ngt, Arbeitersportorganisationen wurde geschlossen, eine Einheitssportorganisation mit Gleichschaltung wurde gegrĂŒndet. Im Sommer folgte die Aufnahme des Betriebssports in „Kraft durch Freude“, im Herbst wurde der Fokus auf die Olympischen Spiele 1936 gelegt. Im Sommer 1936 folgten die Schließung der kirchlichen Sportorganisationen sowie die DurchfĂŒhrung der Olympischen Sommerspiele. Die gesamte sportliche Jugendarbeit wurde fortan von der Hitlerjugend (HJ) ĂŒbernommen. 1938 erfolgte die Übernahme der Sportorganisationen durch die NSDAP (NSRL). JĂŒdische Vereine wurden verboten.cite-ref-77[77]

Der Sport erlebte wĂ€hrend der nationalsozialistischen Diktatur eine „Aufwertung wie nie zuvor in der Geschichte. Vor allem die junge Generation wurde in der Schule und in der HJ in einem Ausmaß sportlich gedrillt, das beispiellos war.“cite-ref-78[78] Körperliche Fitness galt als Grundlage militĂ€rischer LeistungsfĂ€higkeit. Zudem sahen die Nationalsozialisten im Sport ein Instrument, um militĂ€rische Tugenden wie HĂ€rte, Mut und Disziplin zu fördern. Und schließlich war Sport auch ein Mittel, um die Volksgesundheit zu stĂ€rken. Daher erfuhr auch der Frauensport im NS-Staat einen krĂ€ftigen Aufschwung.cite-ref-79[79]

Kulturpolitik

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Kunst im Nationalsozialismus

Das kulturelle Leben war geprĂ€gt von der Politik und diente propagandistischen Zwecken. Die meisten Werke entstanden von regimekonformen KĂŒnstlern und dienten der NS-Propaganda oder vermittelten zumindest die Auffassungen der Nationalsozialisten. So wurden hĂ€ufig eine von der modernen Technik unberĂŒhrte landwirtschaftliche Idylle oder auch germanische Götter dargestellt.

Die bildende Kunst war antimodernistisch und folgte einem Konzept des Realismus des 19. Jahrhunderts, in dem beispielsweise heroisch ĂŒberzeichnete Motive oder solche von kleinbĂŒrgerlicher Idylle im Vordergrund standen. Pathetische Darstellungen im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie verklĂ€rten die landwirtschaftliche Arbeit (Blut-und-Boden-Ideologie), Mutterschaft oder den Krieg. In der Bildhauerei und der Architektur standen monumentale Darstellungen, die sich wesentlich am Klassizismus orientierten, oft im Vordergrund.

Moderne Kunst wie beispielsweise Bilder aus den Bereichen Neue Sachlichkeit oder aus dem Expressionismus wurden als „entartet“ verurteilt und verbrannt, die Schöpfer der Werke zunĂ€chst deklassiert, dann verfolgt.


Judenausgrenzung und Judenverfolgung

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Hauptartikel

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Liste antijĂŒdischer Rechtsvorschriften im Deutschen Reich 1933–1945

| Jahr | Anzahl der Emigranten |
|---|---|
| 1933 | 37–38.000 |
| 1934 | 22–23.000 |
| 1935 | 20–21.000 |
| 1936 | 24–25.000 |
| 1937 | 23.000 |
| 1938 | 33–40.000 |
| 1939 | 75–80.000 |
| 1940 | 15.000 |
| 1941 | 8.000 |

Die Entrechtung und Verfolgung der deutschen Juden begann direkt nach Hitlers MachtĂŒbernahme, zunĂ€chst mit gezieltem Straßenterror der SA. Ab MĂ€rz 1933 wurden jĂŒdische Ärzte, RechtsanwĂ€lte, Apotheker, Bademeister usw. aus ihren Freiberufen gedrĂ€ngt, von ihren BerufsverbĂ€nden ausgegrenzt und erhielten Berufsverbote. Am 1. April 1933 organisierte die SA den ersten Boykott jĂŒdischer GeschĂ€fte. Mit dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurden missliebige Beamte aus dem Staatsdienst entfernt. Der darin erstmals enthaltene Arierparagraph war das erste rassistische Gesetz fĂŒr „Nicht-Arier“ und betraf AnhĂ€nger des jĂŒdischen Glaubens oder vermuteter jĂŒdischer Herkunft. Sie wurden zuerst aus dem öffentlichen Dienst, dann auch aus Vereinen, BerufsverbĂ€nden und evangelischen Landeskirchen entfernt, die Ă€hnliche Regelungen einfĂŒhrten. Sie wurden auch gesetzlich aus allgemeinen Schulen und allmĂ€hlich aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Nur ehemaligen jĂŒdischen Soldaten des Ersten Weltkriegs bot das FrontkĂ€mpferprivileg bis 1935 einen geringen Schutz.cite-ref-81[81] Das Gesetz ĂŒber die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft zielte auf die Ausschaltung jĂŒdischer RechtsanwĂ€lte und wurde ebenfalls am 7. April 1933 erlassen.

Infolgedessen wĂ€hlten etwa 200.000 politisch oder rassisch Verfolgte den Weg der Emigration. Das NS-Regime begrĂŒĂŸte dies als „Flucht von Systemgegnern“. Gleichzeitig ließ es Konzentrationslager – zuerst das KZ Dachau – einrichten, in denen vor allem politische Gegner, aber auch religiöse Minderheiten massenhaft interniert wurden. Damit wurde der diktatorische Charakter des Regimes im In- und Ausland offensichtlich.

Auf dem Reichsparteitag der NSDAP im September 1935 wurden die NĂŒrnberger Rassengesetze beschlossen, die die schon 1933 begonnene Ausgrenzung und Isolierung der deutschen Juden als Staatsgesetze verankerten und ihnen mit rassistischer BegrĂŒndung einen Großteil ihrer staatsbĂŒrgerlichen Rechte raubten. Himmler hielt vor SS-Mitgliedern 1935 seine Rede Der Untermensch, in der er den angeblichen GrĂ€ueltaten der Juden die guten und großen Kulturtaten der Menschen gegenĂŒberstellte. Zu einer deutlichen Zunahme der Emigration von Juden kam es danach nicht. Die meisten hatten sich auf die Diskriminierungen eingestellt und hofften vergeblich auf Ablösung des Regimes.

1938 setzte sich die systematische Entrechtung der deutschen Juden mit den Arisierungen fort, die durch zahlreiche Verordnungen juristisch untermauert wurden, z. B. der Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben und der Verordnung ĂŒber den Einsatz des jĂŒdischen Vermögens. Mit der NamensĂ€nderungsverordnung zur FĂŒhrung eines zusĂ€tzlichen Vornamens, der Verordnung ĂŒber ReisepĂ€sse von Juden, mit Kennkarten und Meldelisten wurden alle Juden erfasst. Ende Oktober 1938 wurden im Zuge der sogenannten Polenaktion Tausende aus Polen eingewanderte Juden verhaftet, ausgewiesen und an die polnische Grenze gebracht. Mit den reichsweiten Novemberpogromen 1938 stieg der nationalsozialistische Terror gegen jĂŒdisches Leben mit der Ermordung mehrerer hundert Juden, der Inhaftierung der „Aktionsjuden“ in Konzentrationslagern und der Zerstörung von jĂŒdischem Eigentum (darunter 1400 Synagogen, Betstuben und sonstige VersammlungsrĂ€ume sowie tausende GeschĂ€fte, Wohnungen) weiter an. Unmittelbar danach wurde den ĂŒbriggebliebenen Juden durch die Verordnung gegen den Waffenbesitz der Juden vom 11. November 1938 (RGBl. I, 1573) jeder Waffenbesitz verboten. Die Misshandlungen und Ermordungen setzten sich in den folgenden Tagen und Wochen fort.

Ab Oktober 1941 wurden alle auffindbaren jĂŒdischen Menschen in osteuropĂ€ische Ghettos oder Konzentrationslager deportiert und in Vernichtungslagern ermordet. Die Juden aus Deutschland, zĂ€hlen, ebenso wie viele Millionen ermordete Juden aus Osteuropa, zu den Opfern des Holocaust.


Terrorapparat

Ein UnterdrĂŒckungsapparat aus Gestapo, SS, SD und Sicherheitspolizei wurde aufgebaut. Zum Wesen der gewaltsamen UnterdrĂŒckung gehörten Inhaftierungen und die Einrichtung ungesetzlicher Konzentrationslager als Polizeimaßnahme direkt nach der Wahl im MĂ€rz 1933 – als „Schutzhaft“ deklarierte Vorbeugehaft. Der Stahlhelm und die Sturmabteilungen der NSDAP wurden zur „Hilfspolizei“ gemacht, die ihre Gegner willkĂŒrlich erniedrigte und misshandelte. In Bremerhaven wurden Gefangene auf dem „Gespensterschiff“ gefoltert.

Die Gestapo war in den folgenden Jahren vor allem fĂŒr die BekĂ€mpfung „staatsfeindlicher Bestrebungen“ zustĂ€ndig und hatte 32.000 Mitarbeiter; dies war verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenig, jedoch konnte das Regime auf die vielen NS-Sympathisanten und Denunzianten setzen.

Rechtsetzung und Justiz

Von Beginn an, also bereits ab Februar 1933, wurden im NS-Staat das demokratische Rechtsetzungsverfahren außer Kraft gesetzt, die Trennung von Legislative und Exekutive aufgehoben. An Aufbau, Aufgaben und grundsĂ€tzlicher Struktur der Gerichte Ă€nderte sich zwar im Übergang von der Weimarer Republik zum Nationalsozialismus anfangs nur wenig. Aber bereits bis Mitte 1933 erfuhr die Rolle der Staatsanwaltschaft und damit ihr Einfluss auf die Rechtsprechung und die Gerichte eine deutliche nationalsozialistische Ausrichtung. Ein Großteil der Gesetze, wie das BĂŒrgerliche Gesetzbuch (BGB) oder das Strafgesetzbuch (StGB), wurde allenfalls in Teilen verĂ€ndert. Die Weimarer Verfassung wurde offiziell nicht aufgehoben, aber faktisch war sie jedoch durch eine Vielzahl von Gesetzen ausgehebelt (vgl. das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich (ErmĂ€chtigungsgesetz) vom 24. MĂ€rz 1933 und „VO zum Schutz von Volk und Staat“ vom 28. Februar 1933, die sog. Reichstagsbrandverordnung). Die NS-Rechtslehre erkannte die Weimarer Verfassung nicht an: Carl Schmitt erklĂ€rte 1933 „in Wahrheit ist [das] ErmĂ€chtigungsgesetz ein vorlĂ€ufiges Verfassungsgesetz des neuen Deutschland“.cite-ref-82[82] Dies betraf insbesondere die Grundrechte, die Gewaltenteilung und die Gesetzgebung. Viele Gesetze und Verordnungen standen im direkten Widerspruch zur WRV. GeĂ€nderte Strafgesetze galten rĂŒckwirkend.

Als neue Rechtsquelle trat neben Parlamentsgesetze und Ministerialverordnungen der sog. FĂŒhrererlass, von NS-Juristen als Rechtsquelle sui generis angesehen, die ĂŒber allen anderen Rechtsquellen stand. Zur Umsetzung wurden Sondergerichte eingefĂŒhrt.

Das BGB wurde kaum geĂ€ndert, aber durch die „Einfallstore“ der Generalklauseln der §§ 138, 242, 826 BGB wurde die nationalsozialistische Ideologie auch im Zivilrecht umgesetzt. Beispielsweise war jeder Vertrag i. S. d. BGB, der mit einem Homosexuellen oder Juden geschlossen wurde, gemĂ€ĂŸ § 138 BGB sittenwidrig und damit nichtig.

Die durch die „Einheit von Partei und Staat“ sehr hĂ€ufigen Überlagerungen von NSDAP-Richtlinien und Verwaltungsrecht fĂŒhrten zur Marginalisierung des Letzteren. Als neuer Verwaltungszweck galt die ErfĂŒllung eines Gemeinschaftszwecks. In diesem Zusammenhang kam es zu einer Ausschaltung der subjektiv-öffentlichen Rechte (Abwehrrechte des BĂŒrgers gegen das Staatshandeln) und zu einem Kompetenzverlust der Verwaltungsgerichtsbarkeit.

Durch die Schutzhaft (Inhaftierung durch SA und SS vollkommen ohne Verfahren) wurden im Vorfeld von Strafprozessen Zeugen und Angeklagte gezielt unter Druck gesetzt oder ausgeschaltet. Folter galt als legitimes Mittel der Beweiserhebung u. a. durch die Gestapo. Ein SchuldeingestĂ€ndnis zu Beginn des Prozesses (Ă€hnlich dem guilty plea im anglophonen Rechtskreis) zur VerkĂŒrzung des Verfahrens wurde eingefĂŒhrt und auch angewendet. Strafgesetze wurden mittels der analogen Gesetzesanwendung (§ 2a StGB a.F.) auf eine Vielzahl von TatbestĂ€nden erstreckt. Als erweitertes Gewohnheitsrecht galt das „gesunde Volksempfinden“.

Spezielle StraftatbestĂ€nde fĂŒr Minderheiten oder Personengruppen (Juden, Zwangsarbeiter, AuslĂ€nder) wurden ins Strafrecht aufgenommen. Auch die Verfolgung der Homosexuellen verschĂ€rfte sich in der Zeit des Nationalsozialismus. 1935 wurde § 175 RStGB in Tatbestandsfassung wie Strafmaß massiv verschĂ€rft und somit die Totalkriminalisierung von mĂ€nnlicher HomosexualitĂ€t verordnet. 1936 wurde eine „Reichzentrale zur BekĂ€mpfung der HomosexualitĂ€t und der Abtreibung“ eingerichtet. Mit der schrittweisen Ausdehnung des Deutschen Reiches wurden fĂŒr die unterworfenen Völker (besonders in Ost- und SĂŒdosteuropa) besondere „RechtsgrundsĂ€tze“ angewandt. Die nationalsozialistische Hierarchie von „Über-“ und „Untermenschen“ fand wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs ihren Ausdruck in zahlreichen Erlassen, FĂŒhrerbefehlen und Vorschriften, am konsequentesten durchgesetzt in den Ostgebieten (u. a. dem Generalgouvernement, siehe auch unter: Polen-Erlasse, Polenstrafrechtsverordnung).

Das Strafrecht des Dritten Reiches war grĂ¶ĂŸtenteils nicht tatbezogen, sondern auf den TĂ€ter fokussiert (vgl. das Gewohnheitsverbrechergesetz von 1933 und die Verordnung gegen VolksschĂ€dlinge von 1939). Dies bedeutete, dass die Strafe nicht vorrangig nach der Schwere der Tat bestimmt wurde, sondern danach, welche Gefahr vom TĂ€ter fĂŒr das Volk vermeintlich ausging.

Im Vordergrund des Strafvollzuges im nationalsozialistischen Deutschland stand die „SĂŒhne“ der Schuld sowie die Abschreckung im Sinne der GeneralprĂ€vention. SpezialprĂ€vention spielte nur eine untergeordnete Rolle.

Ab 1944 wurden im ganzen Reichsgebiet verstĂ€rkt Standgerichte eingesetzt, um „Wehrkraftzersetzer“ und Deserteure abzuurteilen. Diese waren im Allgemeinen durch Laienrichter besetzt (z. B. durch den BĂŒrgermeister eines Ortes).

1934 wurde der Volksgerichtshof (VGH) geschaffen. Er diente vor allem dazu, politische Schauprozesse abzuwickeln. Von 1934 bis Juni 1944 wurden vom VGH 5375 Todesurteile verhĂ€ngt. FĂŒr die Zeit von Juli 1944 bis April 1945 gehen SchĂ€tzungen von etwa 2000 weiteren Todesurteilen aus. Auch die Mitglieder der Weißen Rose und die AttentĂ€ter vom 20. Juli 1944 wurden vom VGH zum Tode verurteilt.

Die Rechtswissenschaft wandelte ihre grundsĂ€tzliche Ausrichtung von der Interessenjurisprudenz hin zur Weltanschauungsjurisprudenz. Damit einher ging eine strikte Ablehnung eines Naturrechts. In der nationalsozialistischen Rechtswissenschaft galt Rechtsetzung durch Interpretation (Umgehung der Gesetzgebung, „FĂŒhrerwort“) als allgemein anerkannt.

Siehe auch

:

Unrechtsstaat

,

Doppelstaat

und

Justiz im NS-Staat

Wirtschaftspolitik

→

Hauptartikel

:

Wirtschaft im Nationalsozialismus

Das Wirtschaftsleben im NS-Staat grĂŒndete auf Anreiz und Verpflichtung. Dabei blieb die privatwirtschaftliche VerfĂŒgung ĂŒber die Unternehmen grundsĂ€tzlich unangetastet. Zugleich investierte das Regime in die AufrĂŒstung der Wehrmacht sowie in die militĂ€risch-zivile Infrastruktur (Autobahn-, Kasernenbau) und profitierte von der bereits vor der MachtĂŒbergabe eingetretenen Erholung der Weltkonjunktur mit der allseits begrĂŒĂŸten Folge einer Verminderung, dann Beendigung der allgemeinen Arbeitslosigkeit. WĂ€hrend die Arbeiterbewegung mit allen Mitteln unterdrĂŒckt und verfolgt wurde, wurde zugleich beschrĂ€nkt auf „deutschblĂŒtige“ ArbeitskrĂ€fte eine Reihe sozialpolitischer Verbesserungen eingefĂŒhrt. So wurde symbolisch-demagogisch bereits 1933 der 1. Mai als traditioneller „Kampftag“ der Arbeiterbewegung zum arbeitsfreien Feiertag umgewidmet und die Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“ bot Urlaubsmöglichkeiten und Kulturveranstaltungen an.

FĂŒr den Erfolg der Nationalsozialisten war die allgemeine Zustimmung in weiten und wachsenden Teilen der „deutschen Volksgemeinschaft“ wichtig, zunĂ€chst aufgrund politischer und weltanschaulicher Übereinstimmung und im weiteren Verlauf aufgrund ökonomischer Erfolge und sozialpolitischer Verbesserungen, die als Privilegierung gegenĂŒber Minderheiten zu verstehen waren. Einen wesentlichen Beitrag zur allgemeinen Zufriedenheit und zu deren wirtschaftlicher Absicherung bewirkten seit Kriegsbeginn die anfĂ€nglichen militĂ€rischen Erfolge, vor allem der Sieg ĂŒber Frankreich.cite-ref-83[83]

Eine der dringendsten Aufgaben Hitlers nach der MachtĂŒbernahme war die Überwindung der Wirtschaftskrise, die ihm zur Erringung der Macht verholfen hatte, ihn bei einem Misserfolg aber auch gefĂ€hrdet hĂ€tte.cite-ref-84[84] Dies erreichte er vor allem durch getarntes deficit spending, also mit Krediten (den Mefo-Wechseln) finanzierte Konjunkturprogramme und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.cite-ref-85[85] Der dadurch entstandene KaufkraftĂŒberschuss wurde abgeschöpft, indem die Deutschen zu vermehrtem Sparen motiviert wurden. Dadurch blieben Inflationseffekte aus.cite-ref-86[86]

Kriegsvorbereitungen spielten zunĂ€chst fĂŒr die Öffentlichkeit keine große Rolle bei der Belebung der Konjunktur. Augenscheinlicher waren beispielsweise eher bevölkerungspolitisch gedachte Maßnahmen wie Ehestandsdarlehen: Dabei wurde einem Paar bei der Heirat ein Darlehen von tausend Reichsmark angeboten, wenn die Frau dann dauerhaft aus dem Berufsleben ausschied. Eine Rolle spielten auch diktatorische Schritte, wie die Abschaffung der Gewerkschaften oder die Ermordung des antikapitalistisch gesinnten SA-Stabschefs Ernst Röhm, der eine soziale Revolution nach dem 25-Punkte-Programm forderte.

Eine wichtige Maßnahme war die Erzeugungsschlacht in der Landwirtschaft. Im September 1933 wurden alle landwirtschaftlichen Betriebe, Genossenschaften und Landwirtschaftskammern im ReichsnĂ€hrstand zwangsvereinigt. Der NĂ€hrstand wurde verherrlicht und als Quelle der rassischen Erneuerung popularisiert, in der RealitĂ€t verlor er aber an Bedeutung. Der durchschnittliche Lohn in der Landwirtschaft fiel stetig, und der Anteil der in der Landwirtschaft BeschĂ€ftigten fiel ebenfalls ab. Auch die Industrie sollte unabhĂ€ngiger vom Ausland werden, sodass die Gewinnung einheimischer Rohstoffe verstĂ€rkt wurde. Die Einrichtung des Reichsarbeitsdienstes verband hierbei den propagandistischen Zweck, kurzfristig augenscheinlich die jugendlichen Arbeitslosen „von der Straße zu holen“ mit dem Autarkiebestreben, neue landwirtschaftliche FlĂ€chen durch z. B. Trockenlegung von Mooren und SĂŒmpfen zu gewinnen.

Mit dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit wurde am 20. April 1934 auch in den Unternehmen das FĂŒhrerprinzip eingefĂŒhrt. In der Betriebsgemeinschaft war der BetriebsfĂŒhrer fĂŒr seine „Gefolgschaft“ verantwortlich; diese war ihm zu Treue verpflichtet. Um wichtige Industrielle an die Wehrmacht zu binden, wurden sie zu WehrwirtschaftsfĂŒhrern ernannt. TreuhĂ€nder der Arbeit kontrollierten schon seit Mai 1933 die Betriebe und sorgten fĂŒr die Gleichschaltung der Wirtschaft, sie regelten auch den Erlass der Tarifordnungen.

Zu einer Erhöhung des Lebensstandards kam es fĂŒr die meisten BerufstĂ€tigen nicht, da bald die RĂŒstung PrioritĂ€t erhielt. So mussten z. B. eine verdeckte Inflation, EinschrĂ€nkungen bei der Berufswahl, bei der freien Wahl des Arbeitsplatzes und eine VerlĂ€ngerung der Arbeitszeiten akzeptiert werden. Das Wachstum basierte auf Planwirtschaft und diente der systematischen AufrĂŒstung und Kriegsvorbereitung. In einer Denkschrift zum Vierjahresplan machte Hitler 1936 unter anderem folgende Vorgaben: „I. Die deutsche Armee muss in vier Jahren einsatzfĂ€hig sein. II. Die deutsche Wirtschaft muss in vier Jahren kriegsfĂ€hig sein.“cite-ref-87[87]

Drei Tage vor dem auf den 1. September 1939 festgelegten Angriff auf Polen, dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, wurde mit der Verteilung von Lebensmittelkarten begonnen. Bald wurden Kriegsgefangene und immer mehr verschleppte Zivilisten teilweise unter unmenschlichen Bedingungen als Zwangsarbeiter eingesetzt; bei Kriegsende waren es ca. neun Millionen (siehe auch unter: Polen-Erlasse, Polenstrafrechtsverordnung, Ostarbeiter, GeneralbevollmĂ€chtigter fĂŒr den Arbeitseinsatz Fritz Sauckel). Da die MĂ€nner im Krieg gebraucht wurden, arbeiteten in den Fabriken, im Widerspruch zu den Aussagen von Mein Kampf, immer mehr Frauen. Erst nach den ersten Niederlagen gegen die Sowjetunion und dem Kriegseintritt der USA Ende 1941 kam es zu einer deutlichen Umstellung hin zur Kriegswirtschaft; der totale Krieg mit dem Ziel der vollen AusnĂŒtzung des wirtschaftlichen und personellen Potenzials fĂŒr die KriegsfĂŒhrung wurde erst am 18. Februar 1943 von Joseph Goebbels ausgerufen.

Am Ende des Krieges brach die Industrie durch die Bombardierung der Infrastruktur (Eisenbahn) und Industrieanlagen und die fehlende Rohstoffversorgung zusammen, die Versorgung mit Lebensmitteln wurde problematisch, der Schwarzmarkt blĂŒhte auf. Zu einer allmĂ€hlichen Erholung kam es erst mit den Darlehen des Marshallplans und der WĂ€hrungsreform.

Siehe auch

:

I.G. Farben

Forschung und Medizin

→

Hauptartikel

:

Medizin im Nationalsozialismus

und

Krankenpflege im Nationalsozialismus

Hauptanliegen vieler nationalsozialistisch gesinnter Ärzte und Professoren im Deutschen Reich war die „HeranzĂŒchtung kerngesunder Körper“ (Zitat Hitlers) und die „Ausmerzung des Schwachen und Kranken“ bzw. der Juden. Diesen Zwecken dienten z. B. die Lebensborn-Heime, in denen arische Kinder geboren und aufgezogen wurden, die Rassenhygiene sowie als eugenische Maßnahmen die Krankenmorde im Nationalsozialismus: siehe „Aktion T4“, „Aktion Brandt“ und „Kinder-Euthanasie“.

Auch andere Bereiche der Wissenschaft und Forschung wurden instrumentalisiert und im Sinne des Nationalsozialismus organisiert.

Siehe auch

:

Psychologie und Psychotherapie im Nationalsozialismus

und

Soziologie im Nationalsozialismus

Religionspolitik

Die Kirchen- und Religionspolitik des Nationalsozialismus war uneinheitlich und voller WidersprĂŒche. WĂ€hrend die Ă€ltere Forschung noch von einem einheitlichen Willen zur Vernichtung von Kirchen und Christentum ausging, standen sich sowohl in Partei als auch in Regierungsstellen Gegner, Sympathisanten und Neutralisten von Kirchen und Christentum gegenĂŒber.cite-ref-88[88]

Abgesehen vom Verbot des SchĂ€chtens im April 1933 wurden die Gesetze der jĂŒdischen Religion zwar im Wesentlichen nicht beeintrĂ€chtigt.cite-ref-89[89] Doch wurden die jĂŒdischen Gemeinden im Zuge der allgemeinen, rassisch begrĂŒndeten Judenverfolgung sukzessive ihres Schutzes und Rechtsstatus beraubt und zwischen 1941 und 1943 durch die Vertreibung und Ermordung ihrer Mitglieder vollstĂ€ndig vernichtet.cite-ref-90[90]

Den beiden Großkirchen hatte Hitler in seiner RegierungserklĂ€rung vom MĂ€rz 1933 eine staatstragende Rolle zugesprochen. Er setzte dann zunĂ€chst auf die Deutschen Christen, die bei den Kirchenwahlen im Juni 1933 einen Erdrutschsieg erreichten und dann einen Teil der Landeskirchen beherrschten. Daraufhin wĂ€hlten auch die unterlegenen Gruppen Ludwig MĂŒller zum Reichsbischof. Gegen den Ausschluss von getauften Juden entstand der Pfarrernotbund, aus dem 1934 die Bekennende Kirche hervorging. Diese kĂ€mpfte auf der Basis der Barmer Theologischen ErklĂ€rung gegen staatliche Übergriffe auf kirchliche Angelegenheiten und gegen den totalen Staat ohne Rechtsbindung. Praktisch wurden daraus nur ansatzweise Konsequenzen gezogen, z. B. die Bildung einer eigenen Organisationsstruktur mit der Vereinigten Kirchenleitung, eine Denkschrift an Hitler gegen Entrechtung von Minderheiten und gegen KZs, spĂ€ter die Einrichtung des BĂŒros GrĂŒber als Hilfe fĂŒr verfolgte Judenchristen und Juden. Ab 1937 wurden die TĂ€tigkeiten der BK immer stĂ€rker staatlicher Kontrolle unterworfen und viele ihrer Vertreter inhaftiert, ab 1939 wurden die meisten BK-Pastoren zum Wehrdienst eingezogen. In der Regel zeigten sich aber die evangelischen Kirchen und ihre Hierarchien als willfĂ€hrige UnterstĂŒtzer und Sympathisanten des Regimes.cite-ref-91[91]

Die katholische Kirche distanzierte sich bis 1933 vom Rassismus der NSDAP. Am 22. Juli 1933 aber schloss der Vatikan ĂŒberraschend das Reichskonkordat mit der neuen Reichsregierung, um so die deutschen katholischen Bischöfe, ihre BistĂŒmer und Strukturen vor Zugriffen des Regimes zu schĂŒtzen. Im Gegenzug wurden Priester und Bischöfe verpflichtet, sich nicht in Politik einzumischen. Damit gab die bis dahin recht starke Zentrumspartei ihre Oppositionshaltung auf und verlor dann ihre Existenzberechtigung. Hitler gewann durch das Konkordat auf diplomatischer BĂŒhne internationales Ansehen.

Trotzdem kam es zu Angriffen auf katholische Orden, die Kolpingjugend und andere katholische Gruppen. In den Jahren 1936 und 1937 organisierte der NS-Staat eine Serie von rund 250 Strafprozessen gegen katholische Priester und Ordensleute, die verschiedener Sexualdelikte wie homosexueller Handlungen unter MĂ€nnern oder Kindesmissbrauch angeklagt wurden. Die Prozesse, die zum Teil sehr nachlĂ€ssig vorbereitet worden waren – ein Zeuge wollte im Sommer 1937 beispielsweise in dem Vorsitzenden Richter statt in dem Angeklagten seinen angeblichen BelĂ€stiger erkennen – wurden auf Anweisung von Propagandaminister Goebbels in der Presse mit hĂ€mischen Kommentaren begleitet. Ziel war eine Diskreditierung der Kirche und eine Aufweichung ihrer im Reichskonkordat zugesagten Rechte.cite-ref-92[92]

Papst Pius XI. wandte sich 1937 mit seiner Enzyklika Mit brennender Sorge scharf gegen die deutsche Kirchenpolitik und wies auf den von den Nationalsozialisten nicht erfĂŒllten Teil der Konkordatsvereinbarungen, aber auch auf GegensĂ€tze zwischen christlichem Glauben und NS-Ideologie hin. Die Enzyklika prangerte die systematische Entrechtung der Juden oder anderer Religions- und Bevölkerungsgruppen nicht direkt an, verurteilte aber eine Unterscheidung nach Rassen.

Der Nationalsozialismus hatte auch eigene religiöse Elemente, vor allem den FĂŒhrerkult und rituelle MassenaufmĂ€rsche mit gottesdienstartigen Formen, FĂŒhrergruß, Fackeln, feierlichen Proklamationen und Hymnen.cite-ref-93[93] Der „Parteiphilosoph“ Alfred Rosenberg wollte nach dem „Endsieg“ durch „GegenpĂ€pste“ die katholische und die evangelische Kirche in einander bekĂ€mpfende Gruppen spalten und versuchte, die altgermanische, persische und indische Religion wiederzubeleben, um „der vergehenden biblischen Tradition eine noch Ă€ltere und bessere unterzuschieben“. Der PrivatsekretĂ€r Hitlers, Martin Bormann, arbeitete einen nationalsozialistischen Katechismus aus, dessen Lehren allmĂ€hlich die Zehn Gebote der Bibel ersetzen sollten. ReichsfĂŒhrer SS Heinrich Himmler hatte weitreichende Vorstellungen ĂŒber die EinfĂŒhrung eines altgermanisch-heidnischen Götterglaubens und ĂŒber die „Befriedung“ der slawischen Völker durch die „Lehre der Ernsten Bibelforscher“.

GegenĂŒber den meisten kleineren Religionsgemeinschaften hegten die offiziellen Stellen Vorbehalte. Verbindungen ins Ausland, insbesondere in die USA, Verweigerung von Eidesleistung und grundsĂ€tzliche Distanz zur nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ machten solche Gruppierungen suspekt; Pazifismus und Ablehnung der nationalsozialistischen Rassenlehre ließen sie als Gegner des Regimes erscheinen. Der Sicherheitsdienst forderte deshalb die Vernichtung des weit ĂŒberwiegenden Teils des „Sektenwesens“, wĂ€hrend „harmlose“ Gruppen bestehen bleiben sollten, um die „Zersplitterung im kirchlich-religiösen Gebiet“ zu fördern. Manche Stellen wie das AuswĂ€rtige Amt warnten jedoch mit RĂŒcksicht auf deren internationale Verbindungen vor der Auflösung einiger Religionsgemeinschaften wie der Mormonen oder der Christlichen Wissenschaft. Der nationalsozialistische Staat verfuhr deshalb auf Grund politischer RĂŒcksichten und abhĂ€ngig vom Grad der Anpassung unterschiedlich mit den einzelnen kleinen Religionsgemeinschaften. Besonders scharf verfolgt wurden von Anfang an die Zeugen Jehovascite-ref-d364f-94-0[94] (siehe auch: Zeugen Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus). Als angeblich dem Judentum nahestehend, aus den USA fremdbestimmt und pazifistisch wurden die Zeugen Jehovas 1933 verboten. Etwa 10.000 von ihnen wurden in der Zeit des Nationalsozialismus inhaftiert, 2.000 davon in Konzentrationslagern; 1.200 Zeugen Jehovas wurden hingerichtet oder ermordet.cite-ref-95[95] Die Christliche Wissenschaft wurde in ihrer BetĂ€tigung zwar schrittweise eingeschrĂ€nkt, aber erst 1941 verboten.cite-ref-d364f-94-1[94] Die Siebenten-Tags-Adventisten wurden zwar 1933 verboten, vielleicht auch, weil sie mit den pazifistischen Reformadventisten verwechselt wurden. Das Verbot wurde aber nach zehn Tagen wieder aufgehoben, woraufhin die KirchenfĂŒhrung versuchte, sich dem Staat anzupassen, um die Kirchenauflösung zu vermeiden.cite-ref-96[96] Die Reformadventisten wurden dagegen im Jahre 1936 verboten. Ganze Gemeinden standen vor Gericht und viele ihrer Glieder wurden verurteilt. Junge MĂ€nner wie Anton Brugger wurden wegen Kriegsdienstverweigerung zum Tode verurteilt. Bis zum Ende der NS-Herrschaft blieben die Reformadventisten im Untergrund. Andere Gemeinschaften wie die Mormonen konnten hingegen unbeschrĂ€nkt fortbestehen.cite-ref-d364f-94-2[94]

Naturschutz

→

Hauptartikel

:

Naturschutz im Nationalsozialismus

Der Naturschutz im Nationalsozialismus begann 1933 mit der Gleichschaltung der NaturschutzverbĂ€nde und dem Ausschluss der Mitglieder jĂŒdischen Glaubens aus den Vereinen. Umfassende gesetzliche Neuregelungen in den Jahren 1933 bis 1935 des NS-Regimes im Bereich des Natur- und Umweltschutzes, allen voran das Reichsnaturschutzgesetz (RNG), regelten erstmals den Ausgleich nach privaten Eingriffen und fĂŒhrten den schwĂ€cher geschĂŒtzten „Landschaftsschutz“ als neue Kategorie ein. In der Praxis hielt das NS-Regime sich nicht an den anfangs gesetzlich vorgezeichneten Weg eines umfassenden Naturschutzes.

Siehe auch

:

Tierschutz im Nationalsozialismus

Organisation des MilitÀrs

Mit der Reichswehr ĂŒbernahmen die Nationalsozialisten die StreitkrĂ€fte der Weimarer Republik. Die Reichswehr war staatstreu und unterstĂŒtzte die NSDAP bis zur MachtĂŒbernahme nicht aktiv, viele Soldaten waren aber selbst keine AnhĂ€nger der Republik, sodass sie diese auch nicht verteidigten. Die Reichswehr hoffte unter Hitler auch auf einen Fortschritt bei der Revision des Versailler Vertrages, die FĂŒhrung der Reichswehr war schon am 3. Februar ĂŒber die PlĂ€ne Hitlers informiert worden, BefĂŒrchtungen hatte sie gegenĂŒber der SA. Bestrebungen innerhalb der SA, die Reichswehr zu ĂŒbernehmen, beendete Hitler durch die Niederschlagung des Röhm-Putsches, bei dem er die SA ausschaltete, da er die Reichswehr als fĂŒr den Krieg besser geeignet ansah. An dieser Aktion war auch die Reichswehr beteiligt, sie tolerierte sogar die Ermordung zweier ihrer GenerĂ€le.

Am 3. August wurde die Reichswehr nach dem Tod des bisherigen Oberbefehlshabers, ReichsprĂ€sident von Hindenburg, auf die Person Hitlers vereidigt und damit zu einem Instrument Hitlers. Mit der WiedereinfĂŒhrung der Wehrpflicht am 16. MĂ€rz 1935 wurde die Reichswehr in Wehrmacht umbenannt. Die Wehrmacht wurde ausgebaut und modernisiert, 1939 hatte sie eine StĂ€rke von 2,75 Millionen Mann.

Den Widerstand innerhalb der WehrmachtfĂŒhrung gegen seine KriegsplĂ€ne, mehr aus Zweifel an der Machbarkeit der PlĂ€ne als aus ideologischen GrĂŒnden, schaltete er durch die Blomberg-Fritsch-Krise aus und schuf das Oberkommando der Wehrmacht. Der weiter vorhandene Widerstand konnte sich, insbesondere nach den ersten Kriegserfolgen, nicht durchsetzen. Die Wehrmacht tolerierte den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, Teile der Wehrmacht waren auch an Exekutionen beteiligt. Erst als Deutschland Niederlagen wie in der bei Stalingrad hinnehmen musste, versuchten Mitglieder der Wehrmacht im Attentat vom 20. Juli 1944 durch eine Beseitigung Hitlers ein Ende des Krieges zu erreichen.

Außen- und RĂŒstungspolitik

Der Vertrag von Versailles wurde schrittweise gebrochen und aufgehoben. Zugleich beteuerte Hitler seinen Friedenswillen. Dies wurde im Ausland, vor allem in der Appeasement-Ära Großbritanniens, zunĂ€chst geglaubt; man versuchte, Hitler durch Entgegenkommen zu „zĂ€hmen“ und einen neuen Weltkrieg zu vermeiden.

1935 wurde das Saarland wieder ins Deutsche Reich integriert, nachdem ein unter internationaler Kontrolle durchgefĂŒhrtes Plebiszit eine ĂŒberwĂ€ltigende Zustimmung dafĂŒr (90,8 %) ergeben hatte. Die Reichswehr wurde mit EinfĂŒhrung der Wehrpflicht in die Wehrmacht umgewandelt; zudem wurde die Existenz der bis dahin geheim gehaltenen Luftwaffe publik gemacht. Beide Schritte verletzten den Versailler Vertrag. Auch der Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland am 7. MĂ€rz 1936 stellte einen Bruch des friedensnobelpreisgekrönten Locarno-Paktes dar, was Hitler mit der Ratifizierung des französisch-sowjetischen Beistandspakts durch Frankreich begrĂŒndete, welcher einen Bruch des Locarno-Paktes seitens Frankreichs dargestellt habe.cite-ref-97[97]

Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland wurden in der nationalsozialistischen Diktatur bereits wĂ€hrend der Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg an dem Ziel eines Eroberungskrieges ausgerichtet. Bezeichnend dafĂŒr war eine massive AufrĂŒstung, die in Bezug auf GrĂ¶ĂŸenordnung und Geschwindigkeit laut Ulrich Herbert „historisch vorbildlos“ war. Von 1933 1,9 Milliarden Reichsmark stiegen die staatlichen RĂŒstungsausgaben auf 10,3 Milliarden 1936 und auf 17,2 Milliarden 1938 und damit auf 74 Prozent aller Staatsausgaben. „In keinem anderen kapitalistischen Staat hatte es außerhalb von Kriegszeiten jemals eine derartige Umschichtung von Staatsausgaben zugunsten der RĂŒstung gegeben.“ Die mit dieser RĂŒstungspolitik verbundene enorme Verschuldung sollte durch einen gewonnenen Krieg auf Kosten Europas beglichen werden.cite-ref-98[98]

Im Zusammenhang mit der „sozialen Militarisierung“ und Kriegsvorbereitung stand auch der mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen einhergehende RĂŒckgang der Arbeitslosigkeit. Mit milliardenschweren RĂŒstungsprogrammen wurde die Produktion von Waffensystemen, Munition und militĂ€rischen GroßgerĂ€ten fĂŒr Heer, Marine und Luftwaffe vorangetrieben. Bei der Flugzeugproduktion stieg die Anzahl der BeschĂ€ftigten von annĂ€hernd 4000 im Januar 1933 ĂŒber 54.000 im Jahr 1935 auf fast 240.000 im FrĂŒhjahr 1938. VollbeschĂ€ftigung war ein Nebeneffekt der Kriegsvorbereitung. Im Sinne des militĂ€rischen Jargons der NS-Propaganda sollte die „Volksgemeinschaft“ sich stĂ€ndig vorkommen wie in einer gemeinsamen „Arbeitsschlacht“.cite-ref-99[99]

Nach der Rheinlandbesetzung zu FrĂŒhjahrsbeginn 1936 benutzte Hitler die Olympischen Spiele 1936 in Berlin, denen zeitweise ein Boykott gedroht hatte, als PropagandabĂŒhne fĂŒr die Weltöffentlichkeit, der ein friedliebendes und weltoffenes Land vermittelt werden sollte.cite-ref-100[100] Der im Anschluss daran aufgelegte Vierjahresplan hingegen sollte das Deutsche Reich bis spĂ€testens 1940 kriegsbereit machen. Das Regime unterstĂŒtzte nun zusammen mit Mussolinis Italien den faschistischen General Franco im Spanischen BĂŒrgerkrieg gegen die dortige Republik auch militĂ€risch. Dies bot Hitler die Gelegenheit, die EinsatzfĂ€higkeit seines MilitĂ€rs im Kriegsfall zu testen. Die Legion Condor der deutschen Luftwaffe zerstörte 1937 bei einem ersten FlĂ€chenbombardement die baskische Stadt Guernica. In einer in der Hoßbach-Niederschrift festgehaltenen Besprechung stellte Hitler am 5. November 1937 den wichtigsten Vertretern der Wehrmacht und dem Außenminister seine PlĂ€ne zur deutschen Kriegs- und Außenpolitik vor.

Am 20. Februar 1938 verkĂŒndete Hitler in einer Rede sein Ziel, alle Deutschen Mitteleuropas in einem Staat zu vereinen. Am 12. MĂ€rz 1938 kam er einer beabsichtigten Volksabstimmung in Österreich zuvor und verkĂŒndete nach dem Einmarsch der Wehrmacht (Unternehmen Otto), unter dem Jubel der auf dem Heldenplatz versammelten Wiener, den „Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich“. Ein weiteres vor allem von Deutschen bewohntes Gebiet außerhalb des Reiches war das tschechische Sudetenland. Durch das praktisch unerfĂŒllbare Karlsbader Programm provozierte Hitler die Sudetenkrise, die am 29. September 1938 im MĂŒnchner Abkommen zur Angliederung des Sudetenlandes an das Deutsche Reich fĂŒhrte. Hitler hatte beabsichtigt, die Krise fĂŒr den Beginn eines Krieges zu nutzen, und war von Mussolini und Göring zum Abkommen gedrĂ€ngt worden, das er als politische Niederlage empfand.

Der öffentlich propagierten NS-Außenpolitik stimmten die meisten Deutschen zu. Volksabstimmungen ergaben 1933, 1935 und 1938 große Mehrheiten fĂŒr damalige Entscheidungen Hitlers. Die Bevölkerungsmehrheit erlebte die außenpolitischen Maßnahmen der Nationalsozialisten als Erfolge und Wiedergutmachung vergangener nationaler DemĂŒtigungen.

Nachdem Herschel Grynszpan am 7. November 1938 in Paris einen Anschlag auf den BotschaftssekretĂ€r Ernst Eduard vom Rath verĂŒbt hatte, inszenierten die Nationalsozialisten die Novemberpogrome. Zum Teil als Zivilpersonen auftretende ortsbekannte SA- und SS-Angehörige legten in zahlreichen Synagogen Feuer, misshandelten und ermordeten viele deutsche Juden vor den Augen der Polizei, die befehlsgemĂ€ĂŸ nicht einschritt, und deportierten ab dem 10. November Zehntausende Juden in die KZs. Die den Opfern auferlegte „Judenbuße“ von ĂŒber einer Milliarde Reichsmark wurde zur Finanzierung der AufrĂŒstung als unmittelbare Kriegsvorbereitung genutzt.

Mitte MÀrz 1939 wurde die Slowakei als selbstÀndiger Staat ausgerufen. Das danach von der ehemaligen Tschechoslowakischen Republik verbliebene Gebiet wurde als Protektorat Böhmen und MÀhren vom Deutschen Reich abhÀngig. Eine Woche spÀter wurde auch das Memelland dem Deutschen Reich angegliedert.

Um sich den RĂŒcken fĂŒr seine Expansionsziele im Osten freizuhalten, schloss Hitler mit der Sowjetunion im August 1939 den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. In dessen geheimem Zusatzprotokoll wurde Polen fĂŒr den Fall eines Krieges zwischen den beiden Staaten aufgeteilt. Dagegen versprach Hitler, nicht gegen Stalin zu agieren, falls dieser sich Finnlands bemĂ€chtige, was er daraufhin auch tat.

Siehe auch

:

Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges in Europa

,

AufrĂŒstung der Wehrmacht

und

Deutscher Kolonialismus in der Zeit des Nationalsozialismus

Zweiter Weltkrieg (1939 bis 1945)

Mit dem Überfall auf Polen begann das NS-Regime, seine jahrelang vorbereitete Eroberungs- und Germanisierungspolitik mit Krieg durchzusetzen. Im Laufe des Zweiten Weltkriegs beging das nationalsozialistische Deutschland millionenfachen Völkermord. Am 27. September 1940 schlossen Deutschland, das faschistisch regierte Italien und das Kaiserreich Japan – die AchsenmĂ€chte – den DreimĂ€chtepakt als politische und militĂ€rische Koalition. Nach raschen Siegen ĂŒber die Niederlande, Belgien, Frankreich und Norwegen 1940 brach das NS-Regime den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt von 1939 und griff am 22. Juni 1941 die Sowjetunion an („Unternehmen Barbarossa“). Am 11. Dezember 1941 erfolgte die KriegserklĂ€rung Deutschlands und Italiens an die Vereinigten Staaten.

Die Kriegswende begann im Herbst und Winter 1942/1943 mit den deutschen Niederlagen in den Schlachten von El Alamein und Stalingrad. Mitte 1943 war der Wendepunkt des deutschen U-Boot-Kriegs im Atlantik. Die britischen und US-amerikanischen LuftstreitkrĂ€fte erreichten ab FrĂŒhjahr/Sommer 1944 fast die völlige Luftherrschaft ĂŒber Deutschland und zerstörten im Bombenkrieg ganze StĂ€dte. Anfang Juni 1944 landeten westalliierte Truppen in der Normandie (Operation Overlord) und eröffneten damit die zweite Front im Westen mit dem Ziel, die Truppen der Wehrmacht auf deutsches Gebiet zurĂŒckzudrĂ€ngen und das NS-Regime schließlich zu stĂŒrzen.

Die alliierten Truppen erreichten die Grenzen des „Altreichs“ im Oktober 1944. US-amerikanische und sowjetische Truppen trafen sich in Mitteldeutschland am 25. April 1945 („Elbe Day“). Nach Hitlers Suizid am 30. April 1945 endete zwei Tage spĂ€ter die Schlacht um Berlin. Daraufhin kapitulierte die Wehrmacht am 8. Mai 1945 bedingungslos vor den Alliierten und ihren VerbĂŒndeten.

ermordung-europ-c3-a4ischer-juden-im-zweiten-weltkriegermordung-europ-ischer-juden-im-zweiten-weltkrieg Der Zweite Weltkrieg kostete weltweit ĂŒber 62 Millionen Menschen das Leben.cite-ref-101[101] In seinem Verlauf ermordeten Nationalsozialisten und ihre Helfer etwa ein Drittel aller europĂ€ischen Juden (Shoah), etwa 3,5 Millionen nichtjĂŒdische SowjetbĂŒrger und Polen (siehe dazu Verbrechen der Wehrmacht), mindestens 100.000, eventuell ĂŒber 500.000 Sinti und Roma, etwa 200.000 Behinderte (u. a. „Aktion T4“), eine unbekannte Zahl deutscher „Asozialer“ und etwa 5.000 Homosexuelle (→ Rosa Winkel). In der nationalsozialistischen Rassenhygiene galten diese Gruppen als „minderwertige“ bzw. „lebensunwerte“ „RassenschĂ€dlinge“. Vor dem Krieg waren bereits etwa 20.000 als gefĂ€hrlich eingestufte politische Regimegegner, meist Angehörige der Linksparteien, und etwa 1.200 Zeugen Jehovas ermordet worden. Deserteure, PlĂŒnderer und Saboteure erhielten als „VolksschĂ€dlinge“ in der Regel die Todesstrafe.

Eroberungen (1939–1942)

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Hauptartikel

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Zweiter Weltkrieg

und

Chronologie des Zweiten Weltkrieges

Der Überfall auf Polen ohne KriegserklĂ€rung am 1. September 1939 löste den Zweiten Weltkrieg aus. Am 3. September erklĂ€rten zunĂ€chst Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg. Nach dem Sieg der Wehrmacht ĂŒber Polen wurde dessen Westteil (Großpolen, Westpreußen, Oberschlesien) von Deutschland annektiert und die Mitte zum Generalgouvernement erklĂ€rt. Am 17. September besetzte die Rote Armee fast kampflos Ostpolen; Polen wurde, wie im Hitler-Stalin-Pakt vereinbart, aufgeteilt.

1940 besetzte die Wehrmacht DĂ€nemark und Norwegen und besiegte dann im so genannten „Blitzkrieg“, der nur sechs Wochen dauerte, die Staaten Luxemburg, Niederlande, Belgien und Frankreich. Frankreich wurde nach dem Westfeldzug in zwei Zonen geteilt. Nur der Norden und Westen Frankreichs blieb unter deutscher Besatzung. Marschall PĂ©tain verlegte den Regierungssitz nach Vichy im unbesetzten Teil Frankreichs. Hitlers PopularitĂ€t erreichte durch die „Auslöschung der Schande von Versailles“ ihren Höhepunkt. Die geplante Invasion Großbritanniens – das „Unternehmen Seelöwe“ – wurde von Hitler abgesagt, da die deutsche Luftwaffe in der Luftschlacht um England trotz zahlenmĂ€ĂŸiger Überlegenheit bei den Piloten (6:1) nicht die Lufthoheit ĂŒber England erringen konnte.

1940/1941 besetzte Deutschland zusammen mit dem faschistischen Italien die LĂ€nder Jugoslawien und Griechenland. Beide LĂ€nder wurden unter den verbĂŒndeten Diktaturen aufgeteilt. Ihrer Eroberung folgte jedoch ein zermĂŒrbender Partisanenkrieg. Ungarn, RumĂ€nien und Bulgarien wurden als VerbĂŒndete des Großdeutschen Reiches gewonnen. Auf Bitten Mussolinis wurden die italienischen Truppen in Nordafrika ab Januar 1941 durch deutsche VerbĂ€nde unterstĂŒtzt, das Deutsche Afrikakorps, bekannt geworden durch Generalfeldmarschall Erwin Rommel, den „WĂŒstenfuchs“.

Am 22. Juni 1941 marschierte die Wehrmacht in den sowjetisch besetzten Teil Polens ein und ĂŒberfiel unmittelbar danach unter Bruch des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts die Sowjetunion selbst. In dem als Vernichtungskrieg geplanten „Unternehmen Barbarossa“ gelangten die deutschen StreitkrĂ€fte bis vor Moskau, Leningrad und Stalingrad. Die Schlacht von Stalingrad markierte einen Wendepunkt im Krieg gegen die Sowjetunion.

Die besetzten Gebiete im Osten wurden auf Weisung der Nationalsozialisten systematisch ausgeplĂŒndert. Das besetzte sowjetische Gebiet wurde in verschiedene Reichskommissariate aufgeteilt, die jeweils einem Reichskommissar unterstellt waren. Der Gesamtplan sah die Aufteilung der UdSSR und ihre Zerstörung als selbstĂ€ndigen Staat vor. Dieses Endziel wurde nur durch den weiteren Kriegsverlauf verhindert, aber mit der systematischen AusplĂŒnderung, UnterdrĂŒckung und Ermordung der Zivilbevölkerung wurde begonnen.

Der von ReichsfĂŒhrer SS Heinrich Himmler ausgearbeitete „Generalplan Ost“ sah die Dezimierung der slawischen Völker um insgesamt 30 Millionen und die UnterdrĂŒckung der Übrigen vor, die als Bauarbeiter, Hilfsarbeiter, Fabrikarbeiter, Hauspersonal, als Landarbeiter, in der RĂŒstungsindustrie, beim Straßenbau etc. arbeiten sollten. Gewissermaßen als „ein Vorspiel zum ‚Generalplan Ost‘“ wurden nach dem deutschen Hungerplan vom Mai 1941 landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Ukraine und aus SĂŒdrussland in großem Umfang nach Deutschland geschafft.cite-ref-snyder-eurozine-102-0[102] WĂ€hrend dabei bis zu 30 Millionen Hungertote einkalkuliert wurden, verhungerten auf Grund des fehlgeschlagenen Blitzkriegs mindestens vier Millionen Menschen in den besetzten Gebieten der Sowjetunion.cite-ref-103[103] Zu den Opfern des „Hungerplans“ werden auch die 2,6 Millionen sowjetischen Soldaten gerechnet, die in deutscher Kriegsgefangenschaft verhungerten.cite-ref-104[104]

Die jĂŒdische Bevölkerung in den besetzten Gebieten wurde erfasst und in Konzentrationslager deportiert, unzureichend ernĂ€hrt, zur Zwangsarbeit herangezogen und in dafĂŒr eigens eingerichteten Gaswagen und Gaskammern in Vernichtungslagern ermordet. Besonders in den besetzten Ostgebieten wurden auch viele Tausende Juden von den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD sowie von SS-Einheiten erschossen und anschließend in MassengrĂ€bern verscharrt. Die Zahl der im Holocaust insgesamt durch Erschießungen, Vergasungen, Hunger, Misshandlung, Zwangsarbeit und Krankheiten umgekommenen Juden wird auf ungefĂ€hr 6 Millionen geschĂ€tzt. Ihr Besitz wurde enteignet und zu Reichseigentum erklĂ€rt. Auf diese Weise standen den Besatzungstruppen finanzielle Mittel in LandeswĂ€hrung zur VerfĂŒgung.

Von Stalingrad bis zur Kapitulation (1942–1945)

Im Winter 1941/1942 geriet die Offensive der Wehrmacht in der Sowjetunion ins Stocken. Am 11. Dezember 1941 erklĂ€rte Hitler, nach dem Angriff des deutschen VerbĂŒndeten Japan auf den amerikanischen StĂŒtzpunkt Pearl Harbor, den USA den Krieg, die Großbritannien mit GĂŒtern versorgten.

In der Schlacht von Stalingrad musste die Wehrmacht durch Fehlentscheidungen Hitlers ihre erste – und letztlich kriegsentscheidende – Niederlage hinnehmen. Bis Ende 1943 konnte die Rote Armee der Sowjetunion, die auch von den USA mit Waffenlieferungen unterstĂŒtzt wurde, weite Gebiete zurĂŒckerobern. Am 13. Mai 1943 mussten die AchsenmĂ€chte in Nordafrika kapitulieren.

Inzwischen war der seit 1924 ideologisch angekĂŒndigte und seit 1933 politisch angebahnte Holocaust an den Juden im Gang. 1943 begann der Bombenkrieg der Alliierten auf deutsche StĂ€dte, bei dem etwa 300.000 Zivilisten ums Leben kamen. Am 18. Februar 1943 verkĂŒndete Goebbels in der Sportpalastrede den „totalen Krieg“. Ab Ende 1944 flohen viele Deutsche aus ihrer angestammten Heimat im Osten vor der anrĂŒckenden Roten Armee. 1944 eroberte diese weite Teile von SĂŒdosteuropa. Am 6. Juni begann die Invasion der westlichen Alliierten in der Normandie, nachdem sie schon zuvor nach der Landung auf Sizilien von SĂŒden her Italien eroberten und gegen Deutschland im Vormarsch waren. Am 20. Juli scheiterten ein Attentat und ein Putschversuch von Wehrmachtangehörigen und Mitgliedern der Widerstandsgruppe des „Kreisauer Kreises“ gegen Hitler.

Anfang 1945 beschlossen die Alliierten auf der Konferenz von Jalta die Aufteilung des Reiches nach dem Krieg. Um den Alliierten keine brauchbare Infrastruktur zu hinterlassen, erteilte Hitler am 19. MĂ€rz 1945 den Nerobefehl, der aber nur teilweise ausgefĂŒhrt wurde. Im April erreichten die sowjetischen Truppen die Reichshauptstadt und es kam zur Schlacht um Berlin. Hitler tötete sich am 30. April im Bunker der Reichskanzlei, nachdem er testamentarisch Admiral Karl Dönitz zu seinem Nachfolger als ReichsprĂ€sident und Oberbefehlshaber der Wehrmacht bestimmt hatte. Neben Hitler töteten sich in der Folge auch andere fĂŒhrende FunktionĂ€re, so Joseph Goebbels und Heinrich Himmler – dieser jedoch erst spĂ€ter in Gefangenschaft, nachdem er mit gefĂ€lschten Ausweisen gestellt wurde. In den frĂŒhen Morgenstunden des 7. Mai 1945 schließlich unterzeichnete Generaloberst Jodl – von Dönitz hierzu autorisiert – die bedingungslose Kapitulation der deutschen StreitkrĂ€fte, die durch Unterzeichnung einer weiteren Kapitulationsurkunde ratifiziert am nĂ€chsten Tag in Kraft treten sollte. Kurz nach der bedingungslosen Kapitulation wurde außerdem die geschĂ€ftsfĂŒhrende Reichsregierung mit Karl Dönitz in Flensburg-MĂŒrwik verhaftet.

Der Zweite Weltkrieg dauerte in SĂŒdostasien noch bis zum 2. September an. Er forderte insgesamt ĂŒber 62 Millionen Tote. In den letzten Kriegsmonaten und im Anschluss an die Besetzung des Reichs wurden die meisten noch verbliebenen Deutschen aus Osteuropa vertrieben.

Völkermord und andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit

AnhĂ€nger der Linksparteien, Zeugen Jehovas und oppositionell eingestellte Jugendliche waren schon vor Kriegsbeginn als politisch unerwĂŒnschte Gruppen verfolgt und zu Tausenden ermordet worden.

Die Ermordung von Bevölkerungsgruppen aus GrĂŒnden der „Rassenhygiene“ begann noch vor dem Krieg mit dem Massenmord an deutschen Behinderten. Die „Aktion T4“ wurde ab Kriegsbeginn auch mit Mangel an LazarettplĂ€tzen begrĂŒndet und als „Euthanasie“ verschleiert. Die Ermordung wurde mit der ArbeitsunfĂ€higkeit der Behinderten begrĂŒndet. Dazu wurden Fachabteilungen psychiatrischer Anstalten an etwa 30 Orten fĂŒr die Tötungen umgebaut. Die Ermordung geschah auch auf dem Transport in abgedichteten LKWs („Gaswagen“) mit deren Abgasen oder mit Kohlenstoffmonoxid. Die Leichen wurden verbrannt, ihre Angehörigen erhielten falsche Todesbescheinigungen. Die TĂ€ter wurden danach als Spezialisten in den Todesfabriken in Osteuropa eingesetzt.

Der Holocaust, der systematische Völkermord an etwa sechs Millionen Juden und „Judenmischlingen“, darunter ĂŒber drei Millionen Polen und 1,8 Millionen Kindern, war das grĂ¶ĂŸte Verbrechen der Nationalsozialisten. Er begann mit Massenerschießungen von Juden und polnischen FĂŒhrungskrĂ€ften durch besondere „Einsatzgruppen“ im besetzten Polen. Es folgten großangelegte Deportationen (unter der Tarnbezeichnung „Umsiedlung“cite-ref-105[105]) und Internierungen in Ghettos und Arbeitslager, wo bereits Hunderttausende als Zwangsarbeiter umkamen. Dorthin wurden auch deutsche und österreichische Juden deportiert; mit Massakern wie dem in Babyn Jar (29./30. September 1941) und Riga (29. November bis 1. Dezember 1941) wurden ĂŒberfĂŒllte Ghettos fĂŒr nachrĂŒckende Judentransporte geleert.

Mit dem Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945 weiteten sich die Judenmorde zum flĂ€chendeckenden Völkermord aus. Zur DurchfĂŒhrung der Aktion Reinhardt ab Juni 1941 wurden drei Vernichtungslager eingerichtet; ab Dezember 1941 begannen die ersten Morde in Gaswagen nach dem Vorbild der Aktion T4. Damit sollte die Wirkung von Giftgas getestet werden, um effektiver töten zu können und moralische Skrupel der Mörder bei Massenerschießungen zu vermeiden. Auf der geheimen Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 organisierten Vertreter aller wichtigen NS-Behörden die begonnene „Endlösung der Judenfrage“ im Detail und verabredeten europaweite Deportationen von bis zu 11 Millionen Juden in die osteuropĂ€ischen Ghettos und Lager. Bis Sommer 1942 waren die Krematorien im KZ Auschwitz-Birkenau fertiggestellt; nun wurden die Massenmorde auf industrielle Vergasung konzentriert. Die Verwertung des Eigentums der etwa drei Millionen Vergasten wurde bis ins Detail geregelt.

Außer den Juden betrachtete die nationalsozialistische Rassenpolitik auch „Zigeuner“, Slawen oder Homosexuelle als „lebensunwert“ bzw. als „rassisch minderwertig“. Diese Gruppen – die grĂ¶ĂŸte unter ihnen etwa 2,5 bis 4 Millionen sowjetische Kriegsgefangene – wurden ebenfalls massenhaft ermordet, teilweise ebenfalls in den Vernichtungslagern. Diese Menschen, so Timothy Snyder, wurden „gezielt umgebracht, oder es lag die bewusste Absicht vor, sie den Hungertod sterben zu lassen. WĂ€re der Holocaust nicht gewesen, man wĂŒrde dies als das schlimmste Kriegsverbrechen der Neuzeit erinnern.“cite-ref-snyder-eurozine-102-1[102] Hauptgrund fĂŒr diese Verbrechen war die Rassen- und Lebensraum-Ideologie, die Hitler 1924 in Mein Kampf dargelegt hatte und die seit 1939 in einem Weltkrieg verwirklicht wurde.

Die NS-TĂ€ter versuchten, ihre Verbrechen möglichst geheim zu halten und mit Euphemismen wie Umsiedlung oder Sonderbehandlung zu tarnen. Die Deutschen erfuhren durch private Berichte und teils recht unverstellte Andeutungen in Medien dennoch genug Details, um auf den organisierten Judenmord schließen zu können. Das spurlose Verschwinden jĂŒdischer Nachbarn, das Ziel ihrer öffentlichen Abtransporte wurde wahrgenommen, aber nicht weiter hinterfragt. Der Satz „du kommst sonst ins KZ“ war ab 1933 ein Drohwort fĂŒr fast jeden. GerĂŒchte ĂŒber die Lager „im Osten“ kamen mit den Fronturlaubern praktisch in jedes Dorf; alliierte Rundfunksender (die gehört wurden, obwohl das Hören von Feindsendern verboten war und teils drakonisch bestraft wurde) meldeten die Massenmorde. Der Holocaust war in Deutschland ein „offenes Geheimnis“: Wer es wissen wollte, konnte es wissen, doch hielt ein verbreiteter Mangel an Neugier viele Deutsche von genauerer Kenntnis ab.cite-ref-106[106] Der polnische Geheimdienst lieferte den Briten bereits 1942 den Beweis fĂŒr den Massenmord in Auschwitz. Auch der damalige Papst Pius XII. wusste frĂŒh davon.

Die stĂ€ndigen Angriffe gegen jĂŒdische Bevölkerungsteile ab April 1933 wurden zum Teil passiv akzeptiert und von Nutznießern begrĂŒĂŸt. Enteignungsartige „Arisierungen“ selbst kleinster GeschĂ€fte oder Betriebe hatten immer Nutznießer und geschahen vor den Augen der örtlichen Bevölkerung. Rettungsaktionen fĂŒr Juden waren eine seltene Ausnahme; MittĂ€terschaft oder GleichgĂŒltigkeit waren die Regel. Oskar Schindler bewahrte rund 1200 jĂŒdische Zwangsarbeiter aus Krakau vor der Ermordung im KZ Auschwitz. Das von der Bekennenden Kirche 1938 eingerichtete BĂŒro GrĂŒber verhalf vor allem Judenchristen bis zu seiner Schließung 1940 heimlich zur Ausreise.

In den NĂŒrnberger Prozessen wurden nur fĂŒhrende Personen unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschheit und Kriegsverbrecher verurteilt. Eine wirkliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen und ihrer Ermöglichung begann in Westdeutschland erst um 1960. Seit 1945 hat die Holocaustleugnung eine dauerhafte und internationale Tradition.

Am United States Holocaust Memorial Museum wird seit dem Jahr 2000 an einer Encyclopedia of Camps and Ghettos geschrieben (Leitung: Geoffrey Megargee und Martin Dean).cite-ref-107[107] 2013 nannten sie ĂŒber 42.500 Orte der Gewalt, die es im Dritten Reich im besetzten Europa gab (darunter Konzentrationslager, Arbeitslager, Gettos, JudenhĂ€user und Orte, an denen Frauen zur Prostitution gezwungen wurden).cite-ref-zeit-2013-03-02-108-0[108] Bis dahin war diese Zahl weit geringer geschĂ€tzt worden.cite-ref-zeit-2013-03-05-109-0[109]

Zwangsarbeiter und Beutekinder

Millionen Menschen aus den besetzten Gebieten, insbesondere aus Polen, den BalkanlĂ€ndern und der Sowjetunion, wurden ins Reichsgebiet entfĂŒhrt oder auch in den besetzten Gebieten als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Viele von ihnen ĂŒberlebten den Zweiten Weltkrieg nicht. Die Kinder der Zwangsarbeiterinnen wurden in auf Himmlers Befehl eingerichtete „AuslĂ€nderkinderpflegestĂ€tten“ gebracht, die kein anderes Ziel hatten, als diese „unerwĂŒnschten“ Kinder unbemerkt von der Öffentlichkeit verkĂŒmmern zu lassen.

Daneben wurden zehntausende polnische Kinder, die die „rassischen Merkmale“ erfĂŒllten, ihren Familien weggenommen und nach Deutschland deportiert, von denen die wenigsten nach dem Krieg zu ihren Eltern zurĂŒckkehren konnten. Andere, die die rassischen Merkmale nicht erfĂŒllten, wurden massenhaft in Konzentrationslagern ermordet. Der bekannteste Fall dĂŒrfte die Deportation zehntausender Kinder aus der Gegend um Zamoƛć – in der Deutsche aus dem Baltikum und Bessarabien angesiedelt wurden – nach Auschwitz gewesen sein.

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

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Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Schon vor der MachtĂŒbernahme begann der Widerstand verschiedenster Gruppen gegen die Nationalsozialisten. In der Zeit des Nationalsozialismus selbst beschrĂ€nkte sich der Widerstand, der immer mit Lebensgefahr verbunden war, auf eine verschwindend kleine Minderheit der deutschen Bevölkerung, wohingegen dieser Widerstand in den im Zweiten Weltkrieg besetzten Gebieten, beispielsweise im Partisanenkrieg, grĂ¶ĂŸere Ausmaße annahm.

Kurz nach der MachtĂŒbernahme der NSDAP waren vor allem kommunistische, sozialdemokratische und andere linke Gruppen aktiv. Diese wurden jedoch innerhalb weniger Jahre durch die Gestapo und die SS stark geschwĂ€cht. Im Reich konnte beispielsweise der katholische Bischof von MĂŒnster und Kardinal Clemens August Graf von Galen durch seine öffentliche Verurteilung der Morde an den Behinderten dazu beitragen, dass die Aktion T4 von den Nationalsozialisten eingestellt wurde. Einzelpersonen der evangelischen Bekennenden Kirche wie etwa Pastor Martin Niemöller oder Dietrich Bonhoeffer schlossen sich nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges Widerstandskreisen an. Bonhoeffer musste wie viele andere NS-Gegner seinen Mut im KZ mit dem Leben bezahlen. Der kommunistische EinzelkĂ€mpfer Georg Elser verĂŒbte am 8. November 1939 im MĂŒnchner BĂŒrgerbrĂ€ukeller ein Bombenattentat auf Hitler, das dieser aber ĂŒberlebte, weil er den Saal unerwartet kurz vor der mit einem ZeitzĂŒnder eingestellten Detonation der Bombe verließ. Elser wurde bald gefasst und im April 1945 im KZ Dachau ermordet. Die MĂŒnchner studentische Widerstandsgruppe Weiße Rose um die Geschwister Hans und Sophie Scholl rief in mehreren FlugblĂ€ttern zum Widerstand gegen das NS-Regime auf. Außerdem suchte diese Gruppe Kontakt zu Widerstandskreisen in der Wehrmacht. Die bedeutendsten Mitglieder der Gruppe wurden im Februar 1943 gefasst und vom Volksgerichtshof unter dem Vorsitz des berĂŒchtigten Richters Roland Freisler zum Tode verurteilt und kurze Zeit spĂ€ter hingerichtet. Im Kölner Raum traten die Edelweißpiraten auf, einige Gruppen von aus der bĂŒndischen und kommunistischen Tradition kommenden Jugendlichen, die sich zunĂ€chst gegen die UniformitĂ€t der Hitler-Jugend gewandt hatten, im Lauf des Krieges aber auch zu konkreten Widerstandsaktionen ĂŒbergingen, die bis hin zu Sabotageakten reichten. Von Wien aus leitete die Widerstandsgruppe rund um Kaplan Heinrich Maier Informationen ĂŒber Standorte, BeschĂ€ftigte und Produktionen der NS-RĂŒstungsbetriebe an die Alliierten, um damit deren Bombern gezielte LuftschlĂ€ge zu ermöglichen, womit der Krieg verkĂŒrzt und die Zivilbevölkerung geschont werden sollte.cite-ref-110[110] Die Widerstandsgruppe Rote Kapelle bestand aus verschiedenen unabhĂ€ngigen Gruppen, die auf mehreren Ebenen gegen das Regime arbeitete.

Der vereinzelt und vergleichsweise selten vorkommende Widerstand von Privatpersonen, der sich eher im Stillen abspielte, entsprang oft einer moralischen Abscheu gegenĂŒber den Taten des Regimes oder dem Mitleid mit den Opfern. Er reichte von der Verweigerung des Hitlergrußes bis hin zur verbotenen Versorgung mit Lebensmitteln fĂŒr Zwangsarbeiter oder dem Verstecken von Verfolgten, meist Juden.

Hitler ĂŒberlebte mehrere AnschlĂ€ge, darunter das bis heute bekannteste Attentat vom 20. Juli 1944, das vom militĂ€rischen Widerstand, der auch Kontakt zur Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis hatte, organisiert worden war. Im Anschluss an das Sprengstoffattentat, das von Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg durchgefĂŒhrt wurde, kam es in Berlin in der „Operation WalkĂŒre“ zu einem Putschversuch, der aber nach dem Bekanntwerden von Hitlers Überleben schnell in sich zusammenfiel und niedergeschlagen wurde. Die unmittelbaren Akteure des Putschversuchs, Mitglieder der Wehrmacht, unter ihnen auch Stauffenberg selbst, wurden noch in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1944 erschossen. Im Zuge der folgenden Ermittlungen kam es zur Entdeckung weiterer UmsturzplĂ€ne aus den Jahren 1938 bis 1944. Bis zum Kriegsende wurden in Prozessen vor dem Volksgerichtshof, die anfangs in Ausschnitten in der Wochenschau gezeigt wurden, ĂŒber 200 Personen im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli zum Tode verurteilt. Mehreren populĂ€ren GenerĂ€len (u. a. Erwin Rommel, GĂŒnther von Kluge), die in den Verdacht der Mitwisserschaft gerieten, wurde der Ehrensuizid nahegelegt.

Wichtige exekutive Instanzen der Verfolgung vor allem des innerdeutschen Widerstands waren die Geheime Staatspolizei (Gestapo) und der Volksgerichtshof.

Widerstand leisteten auch in Deutschland oder im Exil lebende KĂŒnstler wie der kritische Schriftsteller und Dramatiker Bertolt Brecht und andere, die sich mit ihren Mitteln – meist publizistisch – gegen das NS-Regime wandten.

Neben dem Widerstand in Deutschland entstanden nach Kriegsbeginn auch in den besetzten Gebieten Widerstandsgruppen wie zum Beispiel die Polnische Heimatarmee oder die RĂ©sistance in Frankreich. Sie lieferten den Deutschen unter deren Besatzung erbitterten Widerstand im Partisanenkrieg, der vor allem in den Balkanstaaten Jugoslawien, Albanien und Griechenland sowie in Polen (Warschauer Aufstand) besonders effektiv war, allerdings auch Ă€ußerst grausame Vergeltungsaktionen der deutschen Besatzer nach sich zog – wie etwa massenhafte Geiselerschießungen von Zivilisten. Insbesondere im besetzten Polen wurde sehr hĂ€ufig wahllos die Bevölkerung ganzer Dörfer und StĂ€dte in Vergeltungsakten fĂŒr geleisteten Widerstand ermordet.

Von den Alliierten wurde der Widerstand in Deutschland selbst, anders als der in den besetzten Gebieten, so gut wie nicht unterstĂŒtzt. Vielmehr bewirkte das alliierte Kriegsziel einer bedingungslosen Kapitulation eine fortdauernde Solidarisierung der deutschen Bevölkerung mit der NS-FĂŒhrung, da es auch nach einem Staatsstreich kaum gĂŒnstigere Friedensbedingungen erwarten ließ.

Reflexionen zum Stand der NS-Forschung

Einen Überblick ĂŒber die Kontroversen zur NS-Forschung bis zur Jahrtausendwende findet man bei Ian Kershaw, der in einem Kapitel seines einschlĂ€gigen Werks Betrachtungen zum „Wesen des Nationalsozialismus“ diskutiert und im Schlusskapitel „historiographische Entwicklungstendenzen seit der deutschen Vereinigung“. Zum bereits in den 1920er Jahren auf Faschismus und Nationalsozialismus bezogenen Totalitarismus-Begriff stellt er fest, dass die Totalitarismustheorie in den 1990er Jahren wieder aufgelegt worden und nach wie vor weit verbreitet sei. Die hitzigen ideologischen Debatten, die die Zeiten des Kalten Krieges beherrschten, hĂ€tten sich jedoch in Luft aufgelöst.cite-ref-111[111]

Michael Burleigh bekundet in seiner Gesamtdarstellung Zeit des Nationalsozialismus zwar VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass deutschsprachige Historiker sich bei ihrer Aufarbeitung der NS-Zeit auf die deutsche Geschichte zwischen 1933 und 1945 konzentrierten, hĂ€lt aber entgegen, dass die Welt die Auswirkungen des Nazismus auch bereits vor Kriegsausbruch zu spĂŒren bekommen habe, etwa durch die zahlreichen FlĂŒchtlinge, die sich aus Deutschland und Österreich absetzten, aber auch in Gestalt von willkĂŒrlichen und gewaltsamen Störungen der internationalen Ordnung.cite-ref-112[112] Bei der Darstellung der im Zweiten Weltkrieg begangenen Verbrechen ist Burleigh auch die Darstellung europĂ€ischer Erscheinungsformen der Kollaboration mit den Nationalsozialisten wichtig sowie die Beteiligung nichtdeutscher und nichtösterreichischer TĂ€ter am Holocaust.cite-ref-113[113] Als politische Religion und totalitĂ€re Herrschaftsform deutet und behandelt Burleigh den Nationalsozialismus in seinem Werk und merkt wie Kershaw dazu an, dass dieser Ansatz erst in den 1990er Jahren wieder „in Mode gekommen“ sei.cite-ref-114[114]

„TotalitĂ€ren Gestaltungswillen“ erkennt Riccardo Bavaj bei den Nationalsozialisten in seiner 2016 publizierten Synthese und erlĂ€utert: „Von totalitĂ€rem Gestaltungswillen ist die Rede, nicht weil an einer Totalitarismustheorie klassischer PrĂ€gung festgehalten werden soll, sondern weil der Begriff des TotalitĂ€ren den politischen Anspruch der Nationalsozialisten, der auf eine vollstĂ€ndige Entgrenzung des Politischen zielte, typologisch am besten fasst.“cite-ref-115[115] Die NS-Volksgemeinschaft stand demnach fĂŒr ein „totalitĂ€res Sozialexperiment“, bei dem es darum ging, Gesellschaft in homogene Gemeinschaft umzuformen, „organisiert in Form einer FĂŒhrerschaft, die sich als Ausdruck eines vermeintlich einheitlichen Volkswillens inszenierte.“cite-ref-116[116] Krieg, Expansion und Vernichtung waren fĂŒr Bavaj „integrale Bestandteile“ dieses Experiments.cite-ref-117[117]

Im Fazit seiner 2017 erschienenen Studie «Ein Volk, ein Reich ein FĂŒhrer». Die deutsche Gesellschaft im Dritten Reich konstatiert Dietmar SĂŒĂŸ, der Nationalsozialismus habe nicht nur die bestehenden Formen pluraler Öffentlichkeit zerschlagen, sondern habe auch in die LebensfĂŒhrung jedes Einzelnen, jeder Familie eingegriffen. „Aber dieses private Leben war nicht einfach fremdgesteuert durch die NS-FĂŒhrer, denn viele Volksgenossinnen und Volksgenossen konnten individuelles GlĂŒck durchaus mit verĂ€nderten politischen Bestimmungen in Übereinstimmung bringen. Sie trugen mit dazu bei, dass der Nationalsozialismus in beinahe alle Ritzen der Gesellschaft eindringen konnte, ja sie verkörperten hĂ€ufig genug selbst die totalitĂ€ren AnsprĂŒche des Regimes.“cite-ref-118[118]

Der Historiker Wolfgang Wippermann dagegen lehnt in diversen Publikationen, zuletzt im Jahr 2002, eine Anwendung des Totalitarismusbegriffs auf die NS-Zeit strikt ab: Die darin inhĂ€rente Gleichsetzung des Nationalsozialismus mit dem Stalinismus oder anderen Diktaturen von links diene der Relativierung und Verharmlosung der nationalsozialistischen Verbrechen: Sie stelle „die SingularitĂ€t des Holocaust in Frage“.cite-ref-119[119]

FĂŒr Magnus Brechtken nahm das Dritte Reich trotz aller KompetenzkĂ€mpfe von NS-GrĂ¶ĂŸen untereinander und trotz konkurrierender Institutionen – die sogenannte Polykratiecite-ref-120[120] in der nationalsozialistischen Herrschaft also inbegriffen – keine beliebige Entwicklung. Es zeige sich eine zielgerichtete, „ideologiegetriebene Abfolge von radikalisierenden Schritten“: Rassensegregation, völkische Militarisierung, territoriale Expansion und völkerverschiebender Lebensraumkrieg unter Einschluss millionenfacher Menschenvernichtung. „Dieser Impetus ging von Hitler aus, setzte sich in seinen GlĂ€ubigen fort und zwang schließlich mit dem Krieg das gesamte Volk in seinen Dienst.“cite-ref-121[121]

Ausschlaggebend fĂŒr die rasche Entfaltung und breite Anerkennung der NS-Herrschaft in der Bevölkerung war aus der Sicht von Norbert Frei, dass es dem Regime gelang, „die BedĂŒrfnisse und SehnsĂŒchte breiter Schichten ĂŒberzeugend anzusprechen, zu seiner Sache zu erklĂ€ren und wenigstens zum Teil auch zu befriedigen.“ Darin habe die ModernitĂ€t des Hitler-Staats gelegen, und dies erklĂ€re auch die langanhaltende FĂ€higkeit, die Massen zu mobilisieren und sich ihre LoyalitĂ€t zu erhalten. „Der verbreitete Hunger nach sozialer Integration wurde beantwortet mit permanenter klassenĂŒbergreifender Mobilisierung und dem expliziten Verzicht auf politische NormalitĂ€t.“ Eine nicht aufzulösende „VerknĂŒpfung von technischer ModernitĂ€t und reaktionĂ€rer Vision“ sei fĂŒr die Wirklichkeit des Dritten Reiches grundlegend gewesen.cite-ref-122[122]

In seinem Aufriss neuerer Forschungstendenzen sieht Jörg Echternkamp auf internationaler Ebene unterschiedliche Schwerpunktsetzungen: WĂ€hrend im Zentrum der amerikanischen Forschung demnach mit den Holocaust-Studien der Genozid an den europĂ€ischen Juden steht, gilt das Interesse in Großbritannien vor allem den Terror-Instrumenten der NS-Herrschaft. JĂŒngere deutsche Studien legten einen Akzent auf das BedingungsgefĂŒge, das die Identifikationsbereitschaft der großen Bevölkerungsmehrheit mit der von den Nationalsozialisten propagierten „Volksgemeinschaft“ bis weit in den Zweiten Weltkrieg zu erklĂ€ren hilft. Die Frage nach der AttraktivitĂ€t des Nationalsozialismus sei unbequem, so Echternkamp, und gehe ĂŒber die in den 1990er Jahren diskutierte Frage nach der ModernitĂ€t des Nationalsozialismus hinaus, die „die Wogen hochschlagen ließ.“ Es gehe es um die Kernfrage, warum sich so viele Deutsche fĂŒr ein System begeistert haben, das wie kein anderes fĂŒr Verfolgung, Terror und Massenmord stehe. Zudem mache „dieses Freilegen von KontinuitĂ€tslinien“ die NS-Forschung anschlussfĂ€hig „gegenĂŒber der Geschichte der Nachkriegszeit und der beiden deutschen Staaten.“cite-ref-123[123] DemgegenĂŒber betont Ian Kershaw u. a. wegen begrifflicher UnschĂ€rfe einen nur begrenzten ErklĂ€rungswert des Volksgemeinschaftskonzepts.cite-ref-124[124]

Zum Leitbild der „Volksgemeinschaft“ in der NS-Zeit stellt Michael Wildt resĂŒmierend fest, dass die soziale Wirklichkeit nach einhelliger Forschungsauffassung dem propagierten Anspruch nicht entsprochen hat: „Entgegen dem von Hitler und Goebbels immer wieder beschworenen Ende des Klassenkampfes und der Einheit aller Arbeiter der Stirn und der Faust sowie der Unternehmer blieben die strukturellen Unterschiede und sozialen Asymmetrien zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Kleingewerbetreibenden und Großbetrieben, selbststĂ€ndigen Kleinbauern und Großgrundbesitzern auch im Nationalsozialismus erhalten.“ Statt einem nationalsozialistischen Propagandabegriff aufzusitzen, gelte es, von der gesellschaftlichen Wirklichkeit auszugehen „und Dimensionen von Zustimmung und Abwehr, Mitmachen und Verweigern, Anteil nehmen und Wegschauen zu erkunden.“ Ein wissenschaftlich produktiver Umgang mit dem Begriff setzt fĂŒr Wildt „Volksgemeinschaft“ nicht als gegeben voraus, sondern untersucht die Praktiken ihrer Herstellung, also der Vergemeinschaftung. Dabei erscheint es ihm lohnend, die die „Aneignungsweisen“ nach Generation und Geschlecht zu untersuchen, „gerade weil sich das NS-Regime intensiv bemĂŒhte, sowohl die Jugend als auch die Frauen an sich zu binden.“ Dabei sei etwa die „maskuline Vergemeinschaftung“ durch „Kameradschaft“ von den Gemeinschaftserlebnissen junger BDM-FĂŒhrerinnen zu unterscheiden. Deren GemeinschaftsgefĂŒhl habe sich auch aus einem Zuwachs an Verantwortung und aus dem Zugang zu Leitungspositionen gespeist, die ihnen als jungen Frauen vordem nicht offengestanden hĂ€tten.cite-ref-125[125]

In der jĂŒngeren NS-Forschung beobachtet Echternkamp eine Verschiebung des zeitlichen Fokus von 1933 auf 1939/41. WĂ€hrend es in der Ă€lteren Forschung vor allem um die Frage gegangen sei, wie es zum Aufstieg des Nationalsozialismus habe kommen können und wie sich der „deutsche Sonderweg“ erklĂ€ren lasse, sei unterdessen der Beginn des Krieges und des Völkermords stĂ€rker in den Fokus des Interesses gerĂŒckt.cite-ref-126[126] Ulrich Herbert signalisiert in seiner Darstellung des Dritten Reiches ebenfalls eine Fokusverschiebung. FĂŒr 1933 bis 1939 gehe es nur um spezifisch deutsche Geschichte; die Jahre von 1939 bis 1945 hingegen seien Teil der europĂ€ischen und Weltgeschichte „und fĂŒr nahezu alle europĂ€ischen Staaten die bis heute schrecklichste Phase ihrer Vergangenheit.“ Dieses Ungleichgewicht mĂŒsse sich, so Herbert, in den Proportionen seiner Überblicksdarstellung niederschlagen.cite-ref-127[127]

Siehe auch
Literatur

‱ Götz Aly: Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945, S. Fischer, Frankfurt am Main, 2025, ISBN 978-3-10-397364-8.

‱ Jörg Baberowski, Anselm Doering-Manteuffel: Ordnung durch Terror. Gewaltexzesse und Vernichtung im nationalsozialistischen und im stalinistischen Imperium. Dietz, Bonn 2006, ISBN 3-8012-0368-9.
‱ Riccardo Bavaj: Der Nationalsozialismus. Entstehung, Aufstieg und Herrschaft. Berlin 2016 (Rezension).
‱ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien / Köln / Weimar 2008.
‱ Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des Nationalsozialismus. dtv, MĂŒnchen 1997, ISBN 3-423-33007-4 (kompaktes Handbuch und Lexikon).
‱ Wolfgang Benz: Geschichte des Dritten Reiches. Beck, MĂŒnchen 2000; dtv, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-423-30882-6. (knappes Überblicks- und Standardwerk)
‱ Karl Dietrich Bracher: Die deutsche Diktatur. Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, ISBN 3-462-02249-0 (ausfĂŒhrliches Standardwerk).
‱ Magnus Brechtken: Die nationalsozialistische Herrschaft 1933–1939. 2., durchgesehene, bibliogr. aktualisierte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-534-24892-6.
‱ Martin Broszat: Der Staat Hitlers (= dtv-Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts). MĂŒnchen 1969 (zahlreiche Neuauflagen, ISBN 3-423-04009-2).
‱ Martin Broszat, Norbert Frei: Das Dritte Reich im Überblick. Chronik – Ereignisse – ZusammenhĂ€nge. 3. Auflage. Piper, MĂŒnchen 1992, ISBN 3-492-11091-6.
‱ Michael Burleigh: Die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Gesamtdarstellung. 2. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-10-009005-5. (Die englische Originalausgabe mit dem Titel The Third Reich. A New History erhielt 2001 den Samuel Johnson Prize for Non-Fiction; Rezension von Klaus Hildebrand; Rezension von Joachim Fest; weitere Rezensionen nach Perlentaucher.)
‱ Richard J. Evans: Das Dritte Reich. 3 BĂ€nde. DVA, MĂŒnchen 2004–2009 (umfassende und fundierte Gesamtdarstellung):

‱ Band 1: Aufstieg. DVA, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-421-05652-8.
‱ Band 2/I–II: Diktatur. DVA, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-421-05653-6.
‱ Band 3: Krieg. DVA, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-421-05800-3.

‱ JĂŒrgen W. Falter: Hitlers WĂ€hler. MĂŒnchen 1991, ISBN 3-406-35232-4. (das Standardwerk zur Zusammensetzung der NSDAP-WĂ€hlerschaft)
‱ Joachim Fest: Ich nicht. Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend. Rowohlt, Reinbek 2006, ISBN 3-498-05305-1.
‱ Ernst Fraenkel Der Doppelstaat. Recht und Justiz im „Dritten Reich“. EuropĂ€ische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1974 (amerikanische Originalausgabe unter dem Titel The Dual State. A Contribution to the Theory of Dictatorship.Oxford University Press, New York 1941).
‱ Norbert Frei: Der FĂŒhrerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945. Neuausgabe, Beck’sche Reihe, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-406-64449-8.
‱ Michael GrĂŒttner: Das Dritte Reich. 1933–1939 (= Handbuch der deutschen Geschichte. Band 19). Klett-Cotta, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-608-60019-3.
‱ Ulrich Herbert: Das Dritte Reich. Geschichte einer Diktatur. Beck, MĂŒnchen 2016, ISBN 978-3-406-69778-4.
‱ Ludolf Herbst: Das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945. edition suhrkamp, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-518-11285-6.
‱ Klaus Hildebrand: Das Dritte Reich (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Band 17). 7. Auflage. MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-486-59200-9 (Standardwerk).
‱ Ian Kershaw: Der NS-Staat. Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick. 3. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2002, ISBN 3-499-60796-4. (Wegweiser durch die Veröffentlichungen zum Thema)
‱ Michael Kißener: Das Dritte Reich. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, ISBN 978-3-534-70173-5.
‱ Gerd Krumeich (Hrsg.) mit Anke Hoffstadt und Arndt Weinrich: Nationalsozialismus und Erster Weltkrieg (= Schriften der Bibliothek fĂŒr Zeitgeschichte. NF Band 24). Klartext-Verlag, Essen 2010, ISBN 978-3-8375-0195-7.
‱ Andrea Löw, Doris Bergen, Anna HĂĄjkovĂĄ (Hrsg.): Alltag im Holocaust. JĂŒdisches Leben im Großdeutschen Reich 1941–1945. De Gruyter Oldenbourg, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-486-70948-3.
‱ Franz Neumann: Behemoth. Struktur und Praxis des Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-596-24306-8.
‱ Kurt PĂ€tzold (Hrsg.): Verfolgung. Vertreibung. Vernichtung. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1983, Reclams Universal-Bibliothek, Band 1008
‱ Ernst Piper: Kurze Geschichte des Nationalsozialismus von 1919 bis heute. Hoffmann und Campe, Hamburg 2007, ISBN 978-3-455-50024-0.
‱ Michael Ruck: Bibliographie zum Nationalsozialismus. Bund-Verlag, Köln 1995, ISBN 3-7663-2355-5.
‱ Christoph Studt: Das Dritte Reich in Daten. Beck, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-406-47635-X.
‱ Dietmar SĂŒĂŸ, Winfried SĂŒĂŸ (Hrsg.): Das ‚Dritte Reich‘. Eine EinfĂŒhrung. Pantheon, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-570-55044-1.
‱ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998 (Taschenbuchausgabe der durchgesehenen und aktualisierten Ausgabe 1994; Originalausgabe 1986).
‱ Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Vierter Band: Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur GrĂŒndung der beiden deutschen Staaten 1914–1949. Beck, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-406-32264-6.
‱ Hermann Weiß (Hrsg.): Biographisches Lexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-596-13086-7.
‱ Michael Wildt: Geschichte des Nationalsozialismus. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-8252-2914-6.

Weblinks

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: Nationalsozialismus

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Wiktionary: Nationalsozialismus

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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Wiktionary: Nazizeit

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Übersichtskarten zum Stimmenanteil der NSDAP bei den Reichstagswahlen in den einzelnen Wahlkreisen wĂ€hrend der Weimarer Republik
‱ Linkkatalog zum Thema Nationalsozialismus bei curlie.org (ehemals DMOZ)
‱ Nationalsozialismus II (Memento vom 9. September 2011 im Internet Archive). Informationen zur politischen Bildung, Heft 266, Bonn 2004.
‱ Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Dossier der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Bonn 2005.
‱ Das NS-Regime (1933–1939), Deutsches Historisches Museum Online
‱ Krieg und Holocaust – Der deutsche Abgrund. – Zehnteilige Dokumentarfilmreihe von ZDFinfo, deutsche und englische Version frei verfĂŒgbar bis 7. Mai 2031.

Anmerkungen

cite-note-11. Leo Foitzik: Rauden, das Dorf meiner Kindheit. S. 51.
cite-note-22. ↑ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien / Köln / Weimar 2008, S. 15 f.
cite-note-33. ↑ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Siedler, Berlin 1998, S. 25.
cite-note-44. ↑ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien 2008, S. 53.
cite-note-ian-kershaw-2010-55. ↑ Ian Kershaw: Vorwort. In: Gerd Krumeich (Hrsg.): Nationalsozialismus und Erster Weltkrieg. Essen 2010, S. 7.
cite-note-66. ↑ Vgl. z. B. Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz in Verbindung mit Markus Pöhlmann (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Erster Weltkrieg. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2014, S. 728, 988 ff., 997 ff.; Gerd Krumeich: Nationalsozialismus und Erster Weltkrieg: Eine EinfĂŒhrung. In: ders. (Hrsg.): Nationalsozialismus und Erster Weltkrieg. Klartext, Essen 2010, S. 11 ff.; Helmut Reinalter: Dolchstoßlegende. In: derselbe (Hrsg.): Handbuch der Verschwörungstheorien. Salier, Leipzig 2018, ISBN 978-3-96285-004-3, S. 92 ff.
cite-note-77. ↑ Michael Salewski: Das Weimarer Revisionssyndrom. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Band 2, 1980, S. 14–25; Peter Hayes: Warum? Eine Geschichte des Holocaust. Campus, Frankfurt am Main 2017, S. 71 f.
cite-note-88. ↑ Henning Köhler: Deutschland auf dem Weg zu sich selbst. Eine Jahrhundertgeschichte. Hohenheim-Verlag, Stuttgart 2002, S. 227.
cite-note-99. ↑ Volker Berghahn: Der Erste Weltkrieg. C.H. Beck, MĂŒnchen 2003, S. 17.
cite-note-1010. ↑ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien 2008, S. 57.
cite-note-1111. ↑ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien 2008, S. 58.
cite-note-1212. ↑ Martin Broszat: Zur Struktur der NS-Massenbewegung. In: Vierteljahrshefte fĂŒr Zeitgeschichte 31, Heft 1 (1983), S. 63 (online, Zugriff am 5. Mai 2019).
cite-note-1313. ↑ Ursula BĂŒttner: Ausgeforscht? Die Weimarer Republik als Gegenstand historischer Forschung. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. 68. Jahrgang, Heft 18–20 (2018), S. 32 (online, Zugriff am 5. Mai 2019.)
cite-note-1414. ↑ Christian Striefler: Kampf um die Macht. Kommunisten und Nationalsozialisten am Ende der Weimarer Republik. PropylĂ€en-Verlag, Berlin 1993.
cite-note-1515. ↑ Harold James: Deutschland in der Weltwirtschaftskrise. 1924–1936. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1988, S. 24.
cite-note-1616. ↑ Sven Felix Kellerhoff: Die NSDAP. Eine Partei und ihre Mitglieder. Stuttgart 2017, S. 27.
cite-note-1717. ↑ Kellerhoff weist darauf hin, dass die Vorstellung des Parteiprogramms noch ausdrĂŒcklich fĂŒr die DAP galt. Im MĂ€rz 1920 noch habe Hitler zum Eintritt in die DAP aufgefordert und erst am 2. Mai 1920 erstmals den neuen Parteinamen verwendet. (Sven Felix Kellerhoff: Die NSDAP. Eine Partei und ihre Mitglieder. Stuttgart 2017, S. 48 f.) Dabei existierte bereits vordem in Österreich die Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei, die auch das Hakenkreuzsymbol einfĂŒhrte. (Werner Maser: Der Sturm auf die Republik. FrĂŒhgeschichte der NSDAP. Stuttgart 1973, S. 224).
cite-note-1818. ↑ Sven Felix Kellerhoff: Die NSDAP. Eine Partei und ihre Mitglieder. Stuttgart 2017, S. 66 f.
cite-note-1919. ↑ Sven Felix Kellerhoff: Die NSDAP. Eine Partei und ihre Mitglieder. Stuttgart 2017, S. 67 f.
cite-note-2020. ↑ Sven Felix Kellerhoff: Die NSDAP. Eine Partei und ihre Mitglieder. Stuttgart 2017, S. 74 f.
cite-note-2121. ↑ Sven Felix Kellerhoff: Die NSDAP. Eine Partei und ihre Mitglieder. Stuttgart 2017, S. 80 f.
cite-note-2222. ↑ Ernst Piper: Nationalsozialismus. Seine Geschichte von 1919 bis heute. Bonn 2012, S. 28–36.
cite-note-2323. ↑ „Auf einen Mann, der so deutsch denkt und fĂŒhlt wie Hitler kann nach Auffassung des Gerichts die Vorschrift des Republikschutzgesetzes ihrem Sinne und ihrer Zweckbestimmung nach keine Anwendung finden.“ (Zitiert nach Ernst Piper: Nationalsozialismus. Seine Geschichte von 1919 bis heute. Bonn 2012, S. 37.)
cite-note-2424. ↑ „Der Tag begann mit einem ArbeitsfrĂŒhstĂŒck unter der Hakenkreuzfahne. Jeder der Herren hatte eine kleine Suite von ein bis zwei Zimmern. Es gab einen Rauchsalon und Abends wurden rauschende Feste gefeiert. Eigene RĂ€ume standen zur VerfĂŒgung fĂŒr die StĂ¶ĂŸe von Post und die zahllosen Geschenke und BlumenstrĂ€uße, die von ĂŒberall her kamen. [
] Die Parteiprominenz machte ihre Aufwartung, um Anweisungen entgegenzunehmen. Und auch staatliche Stellen wie die Reichswehr hielten zu Hitler weiterhin Kontakt.“ (Zitiert nach Ernst Piper: Nationalsozialismus. Seine Geschichte von 1919 bis heute. Bonn 2012, S. 37 f.)
cite-note-2525. ↑ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 114.
cite-note-2626. ↑ Nathan Stoltzfus: Hitler's Compromises. Coercion and Consensus in Nazi Germany. Yale University Press, New Haven/London 2016, S. 45.
cite-note-2727. ↑ Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 4: Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur GrĂŒndung der beiden deutschen Staaten 1914–1949. C. H. Beck, MĂŒnchen 2003, S. 551.
cite-note-2828. ↑ Sven Felix Kellerhoff: Die NSDAP. Eine Partei und ihre Mitglieder. Stuttgart 2017, S. 112 und 115 f.
cite-note-2929. ↑ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien 2008, S. 130.
cite-note-3030. ↑ JĂŒrgen W. Falter: Hitlers WĂ€hler. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1991, S. 364–374; Ă€hnlich Hagen Schulze: Weimar. Deutschland 1917–1933. Siedler, Berlin 1994, S. 339 f.
cite-note-3131. ↑ Larry Eugene Jones: Nationalists, Nazis, and the Assault against Weimar: Revisiting the Harzburg Rally of October 1931. In: German Studies Review. 29 (2006), S. 483–494.
cite-note-3232. ↑ Henry Ashby Turner: Die Großunternehmer und der Aufstieg Hitlers. Siedler, Berlin 1985, ISBN 3-88680-143-8.
cite-note-3333. ↑ Zitiert nach Sven Felix Kellerhoff: Die NSDAP. Eine Partei und ihre Mitglieder. Stuttgart 2017, S. 272.
cite-note-3434. ↑ Zitiert nach Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 14 und 19.
cite-note-3535. ↑ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien 2008, S. 198.
cite-note-3636. ↑ Peter Longerich: Die braunen Bataillone. Geschichte der SA. Beck, MĂŒnchen 1989, ISBN 3-406-33624-8, S. 165–179
cite-note-3737. ↑ Friedrich Freiherr Hiller von Gaertringen: Die Deutschnationale Volkspartei. In: Erich Matthias, Rudolf Morsey (Hrsg.): Das Ende der Parteien. Darstellungen und Dokumente. Droste, DĂŒsseldorf 1984, S. 543–652, hier S. 606–616.
cite-note-3838. ↑ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien 2008, S. 198.
cite-note-3939. ↑ Dietmar SĂŒĂŸ: «Ein Volk, ein Reich ein FĂŒhrer». Die deutsche Gesellschaft im Dritten Reich. Beck, MĂŒnchen 2017, S. 12.
cite-note-4040. ↑ Dietmar SĂŒĂŸ: „Ein Volk, ein Reich ein FĂŒhrer“. Die deutsche Gesellschaft im Dritten Reich. Beck, MĂŒnchen 2017, S. 10.
cite-note-4141. ↑ Riccardo Bavaj: Der Nationalsozialismus. Entstehung, Aufstieg und Herrschaft. Berlin 2016, S. 63.
cite-note-4242. ↑ Riccardo Bavaj: Der Nationalsozialismus. Entstehung, Aufstieg und Herrschaft. Berlin 2016, S. 81.
cite-note-4343. ↑ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien 2008, S. 277.
cite-note-4444. ↑ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 400.
cite-note-4545. ↑ Zitiert nach Sven Felix Kellerhoff: Die NSDAP. Eine Partei und ihre Mitglieder. Stuttgart 2017, S. 142.
cite-note-4646. ↑ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 430.
cite-note-4747. ↑ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 433.
cite-note-4848. ↑ Riccardo Bavaj: Der Nationalsozialismus. Entstehung, Aufstieg und Herrschaft. Berlin 2016, S. 127 und 129.
cite-note-4949. ↑ Riccardo Bavaj: Der Nationalsozialismus. Entstehung, Aufstieg und Herrschaft. Berlin 2016, S. 85 f.
cite-note-5050. ↑ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien 2008, S. 266.
cite-note-5151. ↑ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 420 f.
cite-note-5252. ↑ Riccardo Bavaj: Der Nationalsozialismus. Entstehung, Aufstieg und Herrschaft. Berlin 2016, S. 91 f.
cite-note-5353. ↑ Zitiert nach Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 421.
cite-note-5454. ↑ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien 2008, S. 270.
cite-note-5555. ↑ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien 2008, S. 273 f.
cite-note-5656. ↑ Zitiert nach Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 500.
cite-note-5757. ↑ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 501. „FĂŒr die kleinen Angestellten und Arbeiter blieb die Kreuzfahrt ein Traum“, heißt es bei SĂŒĂŸ, „realer waren da schon die kĂŒrzeren AusflĂŒge und Kurzreisen, die die Mehrheit des KdF-Tourismusprogramms ausmachten und auch fĂŒr kleinere Geldbeutel erschwinglich waren.“ (Dietmar SĂŒĂŸ: «Ein Volk, ein Reich ein FĂŒhrer». Die deutsche Gesellschaft im Dritten Reich. Beck, MĂŒnchen 2017, S. 144)
cite-note-5858. ↑ Michael Burleigh: Die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Gesamtdarstellung. Frankfurt am Main 2000, S. 294.
cite-note-5959. ↑ Michael Burleigh: Die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Gesamtdarstellung. Frankfurt am Main 2000, S. 257–261.
cite-note-6060. ↑ Michael Burleigh: Die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Gesamtdarstellung. Frankfurt am Main 2000, S. 262.
cite-note-6161. ↑ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 502 f.
cite-note-6262. ↑ Riccardo Bavaj: Der Nationalsozialismus. Entstehung, Aufstieg und Herrschaft. Berlin 2016, S. 115–117.
cite-note-6363. ↑ Dietmar SĂŒĂŸ: «Ein Volk, ein Reich ein FĂŒhrer». Die deutsche Gesellschaft im Dritten Reich. Beck, MĂŒnchen 2017, S. 12.
cite-note-6464. ↑ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien 2008, S. 282 f.
cite-note-6565. ↑ Michael Burleigh: Die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Gesamtdarstellung. Frankfurt am Main 2000, S. 269 f.
cite-note-6666. ↑ Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien 2008, S. 283.
cite-note-6767. ↑ Julia Tilentzidis u. Markus Raasch: Schwangerschaftsabbruch, „Abtreibung“. Uni Mainz, abgerufen am 6. Juli 2024.
cite-note-6868. ↑ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 514 f. Von 1933 bis 1945 stieg der Anteil berufstĂ€tiger Frauen an der weiblichen Gesamtbevölkerung von 34,2 auf 36,1 Prozent. (Kurt Bauer: Nationalsozialismus. UrsprĂŒnge, AnfĂ€nge, Aufstieg und Fall. Wien 2008, S. 284)
cite-note-6969. ↑ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 400 und 407 f.
cite-note-7070. ↑ Riccardo Bavaj: Der Nationalsozialismus. Entstehung, Aufstieg und Herrschaft. Berlin 2016, S. 121 f.
cite-note-7171. ↑ Holocaust Encyclopedia: Lebensborn Program. Abgerufen am 6. Juli 2024.
cite-note-7272. ↑ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 401; Riccardo Bavaj: Der Nationalsozialismus. Entstehung, Aufstieg und Herrschaft. Berlin 2016, S. 102.
cite-note-7373. ↑ Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 400, 406, 408 und 415 (Zitat).
cite-note-7474. ↑ Riccardo Bavaj: Der Nationalsozialismus. Entstehung, Aufstieg und Herrschaft. Berlin 2016, S. 103 f.; Hans-Ulrich Thamer: VerfĂŒhrung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Berlin 1998, S. 412.
cite-note-7575. ↑ Arnd KrĂŒger: „Heute gehört uns Deutschland und morgen
“? Das Ringen um den Sinn der Gleichschaltung im Sport in der ersten JahreshĂ€lfte 1933. In: Wolfgang Buss, Arnd KrĂŒger (Hrsg.): Sportgeschichte: Traditionspflege und Wertewandel. Festschrift zum 75. Geburtstag von Prof. Dr. Wilhelm Henze (= Schriftenreihe des NiedersĂ€chsischen Instituts fĂŒr Sportgeschichte. Bd. 2). Mecke, Duderstadt 1985, S. 175–196.
cite-note-7676. ↑ Hajo Bernett: Sportpolitik im Dritten Reich. Hofmann, Schorndorf 1971.
cite-note-7777. ↑ Arnd KrĂŒger: „Wenn die Olympiade vorbei, schlagen wir die Juden zu Brei“. Das VerhĂ€ltnis der Juden zu den Olympischen Spielen von 1936. In: Menora 5. Jahrbuch fĂŒr deutsch-jĂŒdische Geschichte 1994. Piper, MĂŒnchen, S. 331–348.
cite-note-7878. ↑ Michael GrĂŒttner: Brandstifter und BiedermĂ€nner. Deutschland 1933–1939. Klett-Cotta, Stuttgart 2015, S. 431.
cite-note-7979. ↑ Michael GrĂŒttner: Brandstifter und BiedermĂ€nner. Deutschland 1933–1939. Klett-Cotta, Stuttgart 2015, S. 424–431.
cite-note-802. Wolfgang Benz: Die Juden in Deutschland 1933–1945. 3. Auflage, Beck, MĂŒnchen 1993, ISBN 3-406-37325-9, S. 738.
cite-note-8181. ↑ Angelika Königseder: Arierparagraph In: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 373 f.
cite-note-8282. ↑ Zitiert nach Norbert B. Wagner: Reine Staatslehre. Staaten, Fictitious States und das Deutschland-Paradoxon. Lit Verlag, MĂŒnster 2015, S. 308.
cite-note-8383. ↑ Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 4: Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur GrĂŒndung der beiden deutschen Staaten 1914–1949. C.H. Beck, MĂŒnchen 2003, S. 854; Götz Aly: Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus. S. Fischer, Frankfurt am Main 2005, S. 169–177.
cite-note-8484. ↑ Ulrich Herbert: Das Dritte Reich. Geschichte einer Diktatur. C.H. Beck, MĂŒnchen 2016, S. 44.
cite-note-8585. ↑ Ulrich Herbert: Das Dritte Reich. Geschichte einer Diktatur. C.H. Beck, MĂŒnchen 2016, S. 44.
cite-note-8686. ↑ Adam Tooze: Ökonomie der Zerstörung. Die Geschichte der Wirtschaft im Nationalsozialismus. Siedler, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-88680-857-1, S. 335 ff.
cite-note-8787. ↑ Zitiert nach Magnus Brechtken: Die nationalsozialistische Herrschaft 1933–1939. 2., durchgesehene, bibliogr. aktualisierte Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2012, S. 58.
cite-note-8888. ↑ Kurt Nowak: Kirchen und Religion. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 195 f.
cite-note-8989. ↑ Otto Dov Kulka (Hrsg.): Deutsches Judentum unter dem Nationalsozialismus. Band 1: Dokumente zur Rechtsvertretung der deutschen Juden 1933–1939. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1998, S. 99.
cite-note-9090. ↑ Avraham Barkai, Paul Mendes-Flohr, Steven M. Lowenstein (Hrsg.): Deutsch-JĂŒdische Geschichte in der Neuzeit. Band 4: 1918–1945. Beck, MĂŒnchen 1997, S. 250–262.
cite-note-9191. ↑ Evangelische Kirche und Drittes Reich. V&R, Göttingen 1983, ISBN 3-525-61319-9, S. 110.
cite-note-9292. ↑ Hans GĂŒnter Hockerts: Die Sittlichkeitsprozesse gegen katholische Ordensangehörige und Priester 1936/1937. Eine Studie zur nationalsozialistischen Herrschaftstechnik und zum Kirchenkampf. Matthias-GrĂŒnewald-Verlag, Mainz 1971.
cite-note-9393. ↑ Sendung im Deutschlandfunk ĂŒber Hitlers Gottesvorstellung und Stellungnahme dazu
cite-note-d364f-9494. ↑ Wolfgang Dierker: „Niemals Juden, niemals Sektierer“. Die Religionspolitik des SD gegenĂŒber „Sekten“ und völkisch-religiösen Gruppen. In: Uwe Puschner, Clemens Vollnhals (Hrsg.): Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Eine Beziehungs- und Konfliktgeschichte (= Schriften des Hannah-Arendt-Instituts fĂŒr Totalitarismusforschung; Bd. 47). 2. Auflage, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-647-36996-9, S. 364 f.
cite-note-9595. ↑ Wolfgang Benz: Die 101 wichtigsten Fragen. Das Dritte Reich. 2. Auflage, Beck, MĂŒnchen 2008, S. 111.
cite-note-9696. ↑ Daniel Heinz: Missionarische Offenheit in der Welt, ideologische Anpassung in Deutschland. Siebenten-Tags-Adventisten und Juden in der Zeit des Nationalsozialismus. In: Daniel Heinz (Hrsg.): Freikirchen und Juden im Dritten Reich (= Kirche – Konfession – Religion 54). V&R unipress, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89971-690-0, S. 284–286.
cite-note-9797. ↑ Hans-Adolf Jacobsen: Nationalsozialistische Außenpolitik 1933–1938. Metzner, Frankfurt am Main 1969, S. 416–421.
cite-note-9898. ↑ Ulrich Herbert: Das Dritte Reich. Geschichte einer Diktatur. C.H. Beck, MĂŒnchen 2016, S. 44.
cite-note-9999. ↑ Jörg Echternkamp: Das Dritte Reich. Diktatur, Volksgemeinschaft, Krieg. De Gruyter Oldenbourg, Berlin [u. a.] 2018, S. 43 f.
cite-note-100100. ↑ Jörg Echternkamp: Das Dritte Reich. Diktatur, Volksgemeinschaft, Krieg. De Gruyter Oldenbourg, Berlin [u. a.] 2018, S. 64 f.
cite-note-101101. ↑ Jörg Echternkamp: Die 101 wichtigsten Fragen. Der Zweite Weltkrieg. C. H. Beck, MĂŒnchen 2010, S. 139 f.; Christian Hartmann: Unternehmen Barbarossa. C. H. Beck, MĂŒnchen 2011, S. 115 f.
cite-note-snyder-eurozine-102102. ↑ Timothy Snyder: Der Holocaust. Die ausgeblendete RealitĂ€t (Memento vom 18. Oktober 2011 im Internet Archive), in: Eurozine, 18. Februar 2010; abgedruckt in: Transit, Heft 38, 2009, S. 6–19, Zitat S. 9.
cite-note-103103. ↑ Wigbert Benz: Der Hungerplan im „Unternehmen Barbarossa“ 1941. Berlin 2011, S. 63.
cite-note-104104. ↑ Timothy Snyder: Bloodlands: Europa zwischen Hitler und Stalin. Beck, MĂŒnchen 2011, S. 196.
cite-note-105105. ↑ Vgl. Hans Hesse, Jens Schreiber: Vom Schlachthof nach Auschwitz. Die NS-Verfolgung der Sinti und Roma aus Bremen, Bremerhaven und Nordwestdeutschland. Tectum Verlag, Marburg 1999, ISBN 3-8288-8046-0, eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche
cite-note-106106. ↑ Frank Bajohr und Dieter Pohl: Der Holocaust als offenes Geheimnis. MĂŒnchen 2006, S. 55–65.
cite-note-107107. ↑ www.ushmm.org About the encyclopiedia (Memento vom 27. August 2013 im Internet Archive)
cite-note-zeit-2013-03-02-108108. ↑ Holocaust-Studie: Mehr als 40.000 Nazi-Zwangslager in Europa. In: Zeit Online. 2. MĂ€rz 2013, abgerufen am 25. Dezember 2014.
cite-note-zeit-2013-03-05-109109. ↑ Dagny LĂŒdemann: Holocaust-Studie: „Wir haben nicht einmal alle Nazi-Lager erfasst“. In: Zeit Online. 5. MĂ€rz 2013, abgerufen am 25. Dezember 2014.
cite-note-110110. ↑ Vgl. Hansjakob Stehle: Die Spione aus dem Pfarrhaus. In: Die Zeit. 5. Januar 1996; Peter Broucek: Die österreichische IdentitĂ€t im Widerstand 1938–1945. In: MilitĂ€rischer Widerstand: Studien zur österreichischen Staatsgesinnung und NS-Abwehr. Böhlau, Wien 2008, S. 163.; Andrea Hurton, Hans Schafranek: Im Netz der VerrĂ€ter, in: derStandard.at, 4. Juni 2010, abgerufen am 3. August 2017; Peter Pirker: Suberversion deutscher Herrschaft. Der britische Geheimdienst SOE und Österreich, 2012, S. 252 ff.
cite-note-111111. ↑ Ian Kershaw: Der NS-Staat – Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick. Reinbek bei Hamburg 1999, S. 392.
cite-note-112112. ↑ Michael Burleigh: Die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Gesamtdarstellung. Frankfurt am Main 2000, S. 39.
cite-note-113113. ↑ Michael Burleigh: Die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Gesamtdarstellung. Frankfurt am Main 2000, S. 40.
cite-note-114114. ↑ Michael Burleigh: Die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Gesamtdarstellung. Frankfurt am Main 2000, S. 15 f.
cite-note-115115. ↑ Riccardo Bavaj: Der Nationalsozialismus. Entstehung, Aufstieg und Herrschaft. Berlin 2016, S. 179, Anm. 34 (zu Kapitel 3: „Formierung eines Weltanschauungsfelds“).
cite-note-116116. ↑ Riccardo Bavaj: Der Nationalsozialismus. Entstehung, Aufstieg und Herrschaft. Berlin 2016, S. 62 und 75.
cite-note-117117. ↑ Riccardo Bavaj: Der Nationalsozialismus. Entstehung, Aufstieg und Herrschaft. Berlin 2016, S. 62.
cite-note-118118. ↑ Dietmar SĂŒĂŸ: «Ein Volk, ein Reich ein FĂŒhrer». Die deutsche Gesellschaft im Dritten Reich. Beck, MĂŒnchen 2017, S. 271.
cite-note-119119. ↑ Wolfgang Wippermann: Faschismustheorien. Zum Stand der gegenwĂ€rtigen Diskussion. 5. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, S. 96–100; Wolfgang Wippermann, Michael Burleigh: The Racial State. Germany 1933–1945. Cambridge University Press, Cambridge 1991, S. 12 ff. u.ö.; Wolfgang Wippermann: Totalitarismustheorien. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1997, S. 99 f. u.ö.; Wolfgang Wippermann: Über einige theoretische und methodologische Grundfragen der Faschismusdiskussion. In: Wolfgang Wippermann, Werner Loh (Hrsg.): „Faschismus“ kontrovers. Lucius und Lucius, Stuttgart 2002, ISBN 3-8282-0238-1, S. 165 (hier das Zitat) (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-120120. ↑ Brechtken fĂŒhrt dazu unter anderem aus: Die Installation von immer neuen Sonderbehörden und ‚Beauftragten des FĂŒhrers‘, die ihre Macht oft allein aus dem persönlichen TreueverhĂ€ltnis zur charismatisch-ideologischen Integrationsfigur zu ziehen vermochten, schuf eine sozialdarwinistisch konkurrierende Kompetenzpolykratie, die nicht nur Hitlers weltanschaulicher Auffassung vom zwingenden Durchsetzungskampf entsprach, sondern zugleich auch seine Position als unbestrittene Entscheidungsinstanz stĂ€rkte und ihm, sofern er dies wollte, stets den ausschlaggebenden Zugriff sicherte. Dazu Magnus Brechtken: Die nationalsozialistische Herrschaft 1933–1939. 2., durchgesehene, bibliogr. aktualisierte Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2012, S. 17.
cite-note-121121. ↑ Magnus Brechtken: Die nationalsozialistische Herrschaft 1933–1939. 2., durchgesehene, bibliogr. aktualisierte Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2012, S. 156.
cite-note-122122. ↑ Norbert Frei: Der FĂŒhrerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945. C.H. Beck, MĂŒnchen 2013, S. 211 f.
cite-note-123123. ↑ Jörg Echternkamp: Das Dritte Reich. Diktatur, Volksgemeinschaft, Krieg. De Gruyter Oldenbourg, Berlin [u. a.] 2018, S. 135 und 154.
cite-note-124124. ↑ Der Begriff charakterisiere erstens die verĂ€nderten gesellschaftlichen MachtverhĂ€ltnisse, bezeichne zweitens die „affektive Integration“ und betone die Mobilisierungskraft der Utopie einer besseren Gesellschaft. Auf einer dritten Ebene unterstreiche er „die Mechanismen der Inklusion und Exklusion als die zentralen Merkmale der nationalsozialistischen Gesellschaft mit ihren Konsequenzen fĂŒr die Politik der Verfolgung und Vernichtung.“ (Zitiert nach Jörg Echternkamp: Das Dritte Reich. Diktatur, Volksgemeinschaft, Krieg. De Gruyter Oldenbourg, Berlin [u. a.] 2018, S. 169).
cite-note-125125. ↑ Michael Wildt: Volksgemeinschaft, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 3. Juni 2014
cite-note-126126. ↑ Jörg Echternkamp: Das Dritte Reich. Diktatur, Volksgemeinschaft, Krieg. De Gruyter Oldenbourg, Berlin [u. a.] 2018, S. 136.
cite-note-127127. ↑ Ulrich Herbert: Das Dritte Reich. Geschichte einer Diktatur. C.H. Beck, MĂŒnchen 2016, S. 7.